Geschichte

Die Müritz (myːʁɪts]; von slawisch morcze = „kleines Meer“) ist ein See innerhalb der Mecklenburgischen Seenplatte im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist der größte See, der vollständig innerhalb Deutschlands liegt. (Der Bodensee ist größer, an ihm haben aber auch Österreich und die Schweiz Anteile.)

Die gesamte Müritz ist Bestandteil der Bundeswasserstraße Müritz-Elde-Wasserstraße mit der Wasserstraßenklasse I; zuständig ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg.

Gliederung – Geographie

Das Müritzbecken kann in mehrere große Buchten gegliedert werden. Gegenüber dem flachen Ostteil des Sees ist die Westseite durch rinnenartige Vertiefungen wie die Röbeler und die Sietower Bucht gegliedert. An der Stadt Waren im Norden des Sees befindet sich die Binnenmüritz mit der tiefsten Stelle des Sees (−31 m), die nur eine schmale Verbindung mit dem Hauptbecken der Müritz aufweist. Im Süden des Sees liegt die Kleine Müritz, von der nach Süden der Müritzarm mit dem Müritzsee an seinem Ende abzweigt. Die Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt etwa 29 km, in Ost-West-Richtung etwa 13 km. Die Müritz hat ein Einzugsgebiet von etwa 663 km². Die Müritz wird von der Elde von Süden nach Norden durchflossen und hat von der Binnenmüritz über den gut zwei Kilometer langen Reeckkanal (auch Eldenburger Kanal) Verbindung nach Westen zum Kölpinsee. Da sie außerdem nach Osten über den Mirower Kanal, der Bestandteil der Müritz-Havel-Wasserstraße ist, und den Bolter Kanal sowie über Ketten daran anschließender Seen die Havel speist, ist sie künstlich zu einem bifurkierenden Gewässer geworden.

Entstehung

Die Müritz entstand während der letzten Eiszeit zwischen dem Pommerschen und dem Frankfurter Stadium. Ursprünglich war die gesamte Mecklenburgische Seenplatte ein großer See, der sich infolge der Seespiegelabsenkung in mehrere kleinere miteinander verbundene Seen gliederte.

Wasserspiegel

Die Wasserspiegelhöhe der Müritz wurde in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach vor allem durch menschliche Eingriffe verändert. Lag sie ursprünglich im 12. Jahrhundert noch bei 60,5 Meter über dem Meeresspiegel, so wurde das Gewässer zum Betrieb von Mühlen unter anderem im Verlauf des Eldeabflusses in mehreren positiven wie negativen Schritten bis auf 64,35 Meter im Jahr 1737 aufgestaut. Bereits 1739 wurde der Mühlenstau wieder um 1,51 Meter abgesenkt. Im Zuge zweier Elderegulierungen und zweier weiterer Veränderungen des Mühlenstaus befand sich der Wasserspiegel 1836 mit 62 m ü. NN auf dem heutigen Niveau.

Nationalpark

1990 wurde der Müritz-Nationalpark als geschütztes Areal mit 318 km² Fläche am Ostufer der Müritz ausgewiesen, der stellenweise eine einzigartige Flora und Fauna aufweist. Zur Landschaftspflege werden hier Fjäll-Rinder und Gotlandschafe eingesetzt. AlsNaturschutzgebiete sind die Halbinseln Großer Schwerin und Steinhorn sowie deren Umfeld im Südwesten und das Müritzsteilufer bei Rechlin im Südosten des Sees ausgewiesen. Mit Ausnahme der durch den Nationalpark abgedeckten kleinen Wasserfläche im Osten der Müritz ist die gesamte Müritz Landschaftsschutzgebiet.

Flora

Die besondere Form der Müritz bewirkt, dass es im Grunde nur ein Ost- und ein Westufer gibt. Die Uferzonen im Westen sind durch Wiesen, kleine Wälder und auf sanften Hügeln geschwungene Felder geprägt. Auf der Ostseite gehört ein Teil des Nationalparks zum Uferbereich. Hier finden sich zumeist Feuchtgebüsche, Bruchwald und Schilfrohrzonen. Weitläufige Kiefernwälder schließen sich an.

Ortschaften

Die größte Stadt an der Müritz ist Waren (Müritz). Weitere Orte sind (im Uhrzeigersinn) Rechlin, Priborn,Vipperow, Ludorf,Röbel/Müritz, Gotthun, Sietow und Klink.

Teilgewässer und angrenzende Gewässer

Der See selbst heißt Müritz und nicht Müritzsee, dies ist lediglich eine historische Bezeichnung. Der eigentliche Müritzsee schließt südlich an den Müritzarm an. Die Müritz hat folgende Teilgewässer bzw. Abschnitte:

  • Binnenmüritz, der Nordteil des Sees bei Waren (Müritz),
  • Sietower Bucht,
  • Röbeler Binnensee und
  • Zähnerlank im Westen,
  • Kleine Müritz zwischen Rechlin und Vipperow und
  • Müritzarm im Süden, ein von der Elde durchflossener sehr schmaler Abschnitt des Sees bei Priborn, südlich von Priborn mündet die Elde in die Müritz ein,
  • Müritzsee von der Eldeeinmündung bis Buchholz, wo die Müritz-Elde-Wasserstraße beginnt.

angrenzende Gewässer:

  • von der Müritz fließt im Nordwesten die Elde in den Kölpinsee
  • im Müritz-Nationalpark im Osten der Müritz: Feisneck, Rederangsee und Specker See
  • ebenfalls im Osten die Alte Fahrt zur Havel (über Bolter Kanal, Caarpsee, Woterfitzsee, Leppinsee, Die Mössel, Großer und Kleiner Kotzower See,Granzower Möschen und Mirower See nach Mirow)
  • von der Kleinen Müritz zweigt der Mirower Kanal als Neue Fahrt zur Havel nach Mirow ab

Quelle: Wikipedia  http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCritz

Müritz-Nationalpark

Der Priesterbäker See nahe dem Ostufer der Müritz

Lage: Mecklenburg-Vorpommern,Deutschland
Nächste Stadt: Waren (Müritz), Neustrelitz
Fläche: 32.200 ha
Gründung: 1. Oktober 1990
Adresse: Webseiten des Nationalparks
Nationalparkamt Müritz
Schlossplatz 3
D-17237 Hohenzieritz

Koordinaten: 53° 26′ 11″ N, 12° 50′ 12″ O (Karte)

Der 1990 gegründete Müritz-Nationalpark befindet sich im Süden Mecklenburg-Vorpommerns und ist der größte terrestrische Nationalpark der Bundesrepublik. Der Park erstreckt sich über die zwei räumlich getrennten Gebiete der Mecklenburgischen Seenplatte und eines Teiles derFeldberger Seenlandschaft. Der westliche größere Teil ist das Teilgebiet Müritz, der kleinere östliche Teil wird Teilgebiet Serrahn genannt. Zwischen den Teilgebieten liegt im Wesentlichen das Stadtgebiet von Neustrelitz.

Die Havel zwischen Granziner See und PagelseeCharakteristika

Der insgesamt 322 km² große Nationalpark ist zu 72 Prozent von Wäldern und zu 13 Prozent von Seen bedeckt; acht Prozent des Gebietes sind Moore und fünf Prozent Wiesen und zwei Prozent Äcker.

Landschaftsprägend war die Weichseleiszeit vor etwa 15.000 Jahren. Die Gletschermassen der Pommerschen Hauptendmoräne hinterließen Findlinge, Zungenbecken, Rinnen und zahllose Toteislöcher. Letztere sind heute als Seen (zum Beispiel die Wienpietschseen) und Sölle überall in der Landschaft verstreut.

Insgesamt gibt es im Nationalpark 100 Seen und unzählige kleinere Stillgewässer. Die Müritz ist mit einer Fläche von 117 Quadratkilometern das größte Gewässer, das vollständig innerhalb Deutschlands liegt.

Teilgebiet Müritz

Das Teilgebiet Müritz umfasst vor allem das östliche Hinterland der Müritz. Außer der Müritz, die nur zu kleinen Teilen im Nationalpark liegt, sind größere Gewässer im westlichen Teil der Feisnecksee,Rederangsee, Specker See und Woterfitzsee. Einige Seen am Ostufer der Müritz waren auf Grund von Wasserstandsschwankungen durch Mühlenstaue und der Regulierung der Elde zeitweise Teil der Müritz.

Die höchste Erhebung im allgemein flacheren Müritzer Teil ist der Käflingsberg mit 100,3 m ü. NHN. Hier befindet sich mit dem Käflingsbergturm ein kombinierter Aussichts-, Feuerwacht- und Mobilfunksendeturm.

Teilgebiet Serrahn

Das Teilgebiet Serrahn umfasst den östlichen Teil des Nationalparks und befindet sich im Übergang zwischen der Mecklenburgischen Seenplatte zur Feldberger Seenlandschaft. In dem waldreichen hügeligen Teil des Nationalparks gibt es mit dem Großen Fürstenseer See, dem Schweingartenseeund dem Zwirnsee größere Seen. Diese sind jedoch nicht so landschaftsprägend wie im Westteil. Große Gebiete dieses Teilgebietes gehören zumNaturpark Feldberger Seenlandschaft.

Im Teilgebiet Serrahn befinden sich mit dem Hirschberg (143,7 m ü. NHN) und dem Warsberg (143,2 m ü. NHN) die höchsten Erhebungen im Nationalpark. Weitere bedeutende Anhöhen sind die Serrahner Berge mit 124,2 m ü. NHN. Am 25. Juni 2011 wurde dieser Teil des Schutzgebietes zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt.

Klima
Der Müritz-Nationalpark liegt in einer Zone des Übergangs vom subatlantischen zum subkontinentalen Klima. Das heißt, der ozeanische Einfluss ist nur noch schwach ausgeprägt, und das kontinentale Wetter hat erst geringe Bedeutung. Das Mikroklima im Bereich der Müritz wird wesentlich durch den See beeinflusst. Der Jahresgang der Temperatur wird durch die große Wasserfläche sowohl bei der Erwärmung im Frühjahr als auch bei der Abkühlung im Herbst abgefedert.
Waren (Müritz) hat mit dem langjährigen Mittel von -4 °C die niedrigste Februartemperatur in Mecklenburg-Vorpommern. Dadurch, dass Niederschläge häufig über der Müritz und den anderen mecklenburgischen Großseen abregnen, herrscht im westlichen Teil des Nationalparks relative Niederschlagsarmut. Im östlichen Teil nehmen die Niederschläge vor allem im Sommer zu. Als Ursache könnte die starke sommerliche Erwärmung der Sanderflächen und die damit verbundene erhöhte Gewittertätigkeit, als auch das Abregnen an über 140 m ü. NHN hohen Anhöhen desStrelitzer Lobus, der Pommerschen Endmoräne, angenommen werden.

Im östlichen Teil treten durch große geschlossene Buchenwälder mit eingebetteten Senken lokalklimatische Einflüsse auf. So kommt es in den Senken sehr oft zur Bildung sogenannter Kaltluftseen. Eine andere Art von Mikroklima tritt in dem Offenlandgebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Speck auf. Hier gibt es durch die fehlende Vegetationsdecke sehr große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht.

Fauna und Flora

In dem Gebiet haben unter anderem viele See- und Fischadler ihr Einstandgebiet. Insbesondere die Fischadler kann man von Aussichtskanzeln aus bei ihrer Brut und beim Jagen beobachten.

Krick- und Knäkenten brüten in der dichten Ufervegetation der Müritz, Teichrohrsänger und die seltene Rohrdommel sind in den Feuchtgebieten zu Hause. Während der Vogelzugzeit halten sich Watvögel wie Zwergstrandläufer, Rotschenkel und Grünschenkel im Gebiet auf. Schwarzstörche und Kraniche sind Brutvögel im Müritz-Nationalpark.

Botanisch bemerkenswert sind Riede aus seltenen Sauergrasarten wie dem Schneidried (Cladium mariscus) und große, landschaftsprägende, am Ostufer der Müritz auch flächig vorkommende Wacholderbestände, die ehemals intensiv als Viehweiden genutzt wurden.

Das Vorkommen zahlreicher unterschiedlicher Biotoptypen gewährleistet auch eine hohe Biodiversität der Tier- und Pflanzenarten im Nationalpark. Es wurden bisher 54 Säugetierarten, 214 Vogelarten, 859 Käferarten, 673 Großschmetterlingsarten, 61 Spinnenarten, 16 Reptilien- und Amphibienarten und 26 Fischarten im Nationalpark beobachtet. Die Flora setzt sich u.a. zusammen aus 910 Gefäßpflanzenarten, 133 Moosarten und 17 Armleuchteralgen. Außerdem wurden 593 Pilzarten und 152 Flechtenarten gezählt.

Im Januar 2011 riss wahrscheinlich ein Wolf drei in einem Gehege unweit des Nationalparks gehaltene Rentiere. Wie Nationalpark-Sprecher Hendrik Fulda sagte, wurde im Müritz-Nationalpark bereits seit langem mit dem Auftreten eines Wolfes gerechnet.

Geschichte

Buchen-Urwald „Serrahn“ mit Totholz
Hochmoorsanierung: Durch angehobene Wasserstände sterben die Birken ab
Als eine der letzten Amtshandlungen der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gelang es dem damaligen stellvertretenden Umweltminister Michael Succow zusammen mit weiteren engagierten Naturschützern im Rahmen des Nationalparkprogramms, mehrere Großschutzgebiete (Nationalparks,Biosphärenreservate) auszuweisen, darunter auch 320 km² inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte.

Während der Zeit der DDR war in dieser Region ein sogenannter „produktionsintegrierender Naturschutz“ propagiert worden. Das extrem dünn besiedelte Land wurde für militärische Übungen, Karpfenzuchten und Staatsjagden sowie eine intensive Forst- und Landwirtschaft genutzt. Der Bevölkerung war das Betreten der als Staatsjagdgebiet genutzten Wälder untersagt. Zwölf Kilometer der Uferzone der Müritz standen allerdings auch schon zu DDR-Zeiten unter strengerem Naturschutz.

Die intensive Forstwirtschaft hat dafür gesorgt, dass monotone Kiefernforste den Nationalpark heute noch prägen. Eine Entwicklung hin zu naturraumtypischem Laubwald ist von der Nationalparkverwaltung eingeleitet, jedoch wird dieser Prozess mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen. In einem separaten Areal im Osten des Nationalparks, auf den Hügeln von Serrahn, lässt sich jedoch schon besichtigen, welches Gesicht das Gebiet tragen wird, wenn sich Waldgesellschaften wieder ungestört gemäß den natürlichen Bedingungen entwickeln können. Hier findet man einen größeren, urwaldartigen Bestand alter Rotbuchen.

Die von der DDR-Verwaltung fortgesetzte Entwässerung des Gebiets durch Kanäle senkte den Grundwasserspiegel kontinuierlich. Ausgedehnte Birkenwälder entstanden im Lauf der Jahre. Die aktuelle Nationalparkverwaltung sperrt die Kanäle und hebt somit das Grundwasser auf das ursprüngliche Niveau. Die Birken sterben ab, die eigentliche Flora entsteht langsam wieder. Da der Prozess ohne weiteren Eingriff durch den Menschen verläuft, sind derzeit ausgedehnte Flächen mit Birkenstümpfen zu sehen.Touristisch ist der Nationalpark mit Wander- und Fahrradwegen, Rastplätzen, Aussichtstürmen und Beobachtungsständen gut erschlossen. Linienbusse (mit Fahrradtransportanhängern) bedienen zahlreiche Haltestellen im für Kfz gesperrten Parkbereich. Literatur

  • Literatur der Nationalparkverwaltung Müritz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Filmographie

  • Im Müritz-Nationalpark. Dokumentarfilm, 45 Min., Deutschland, 1998, von Hanna Lehmbäcker und Martin Rötger, Produktion: Komplett-Media-GmbH, Grünwald (ISBN 3-89672-494-0),Kurzbeschreibung des MDR

Weblinks

Commons: Müritz-Nationalpark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Verordnung über die Festsetzung des Nationalparkes „Müritz-Nationalpark“ vom 12. September 1990
  • Nationalparkplan aus dem Jahr 2003 (Leitbild und Ziele, Bestandsanalyse, Projektübersicht)
  • Homepage des Nationalparkamtes

Einzelnachweise

  1.  http://www.mueritz-nationalpark.de/cms2/MNP_prod/MNP/de/Natur/Zahlen/index.jsp?
  2.  Fred Ruchhöft: Der Wasserstand der „Oberen Seen“ in Mecklenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. In: Archäologische Berichte aus Mecklenburg-Vorpommern. Bd. 6, 1999, ISSN 0946-512X, S. 195–208.
  3.  Buchenwälder sind UNESCO-Weltnaturerbe in Die Welt
  4.  Infoblatt Nationalparkamt Müritz 2002
  5.  Severin Zillich: Müritz. Wälder, Moore, Seen. In: BUND magazin, 3/2010, S. 28 (Originalquelle nicht angegeben)
  6.  a b ndr.de: Wolf reißt Rentiere im Müritzkreis (28. Januar 2011)
  7. Wälder sind nicht für den Spaß einzelner da. Artikel im Nordkurier vom 30. Mai 2009

Quelle: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCritz-Nationalpark

Müritzsee

Dieser Artikel behandelt einen See, der sich südlich an das weit größere und bekanntere Binnengewässer Müritz anschließt.
Müritzsee
Geographische Lage Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
Zuflüsse Elde, Zufluss von der Thüren
Abfluss Übergang zum Müritzarm
Orte am Ufer Buchholz
Orte in der Nähe Alt Gaarz
Daten
Koordinaten 53° 16′ 30″ N, 12° 39′ 47″ OKoordinaten: 53° 16′ 30″ N, 12° 39′ 47″ O (Karte)
Höhe über Meeresspiegel 62,1 m ü. NHN
Fläche 1,385 km²

Der Müritzsee ist ein See in der Gemeinde Priborn im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Er ist Teil der sich südlich an die Müritz anschließenden Seenkette. Das wenig gegliederte, zwischen 200 und 750 Meter breite Gewässer ist etwas über 3,6 Kilometer lang. Der See besitzt ein markantes Westbecken mit einer nordseitigen Bucht und einem durch eine nur 30 Meter breite Engstelle abgetrenntes Nordostbecken. Im Norden geht es in den Müritzarm über. Das nördliche Seeufer und dessen weitere Umgebung, die Priborner Heide, sind bewaldet. Die umliegenden Hügel erreichen mit dem Schwalbenberg mit seinen 81,8 Metern über Normalhöhennull die höchste Erhebung. Am Westende befindet sich der Ort Buchholz mit einem Campingplatz direkt am See und einem Yachthafen.

In verschiedenen historischen Werken wurde die gesamte nördlich gelegene Müritz als Müritzsee bezeichnet.

Quelle: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCritzsee

Liste der Seen in Mecklenburg-Vorpommern

Die flächengrößten Seen in Mecklenburg-Vorpommern
See Fläche in km²
Müritz 117,00
Schweriner See 61,54
Plauer See 38,40
Kummerower See 32,55
Kleiner Jasmunder Bodden
28,40
Schaalsee
24,00
Kölpinsee 20,29
Tollensesee 17,90
Krakower See 15,07
Malchiner See 13,95
Fleesensee 10,78
Goldberger See 7,70
Drewitzer See 6,92
Galenbecker See 5,90
Gothensee 5,56
Woblitzsee 5,20
Schmollensee 5,03

Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern ist das seenreichste Bundesland in Deutschland. Es gibt über 2000 Seen, davon hunderte Seen mit einer Größe von über einem Hektar. In einer Veröffentlichung, der Klassifikation der Seen für die Naturraumerkundung des nordostdeutschen Tieflandes, wird dies abweichend von der limnologischen Definition als Mindestgröße eines Sees angesehen.

Die Müritz, größter See in Mecklenburg-Vorpommern

Größter See und zugleich größter innerdeutscher See ist die Müritz mit 117 km². Weitere zehn Seen sind über 10 km² groß. Dabei liegt der Schaalsee nur teilweise in Mecklenburg-Vorpommern und der Kleine Jasmunder Bodden ist eine ehemalige Bucht der Ostsee mit künstlich regulierter Verbindung zum Meer. Die tiefsten Seen sind der Tiefe See bei Neu Gaarz und der Schaalsee. Der seenreichste Landkreis ist der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Größtes Seengebiet ist die Mecklenburgische Seenplatte, welche sich weiter in das Bundesland Brandenburg zieht. Die Mecklenburgische Seenplatte kann man im Mecklenburgischen Raum grob in drei Seengebiete unterteilen. Das ist einmal das Neustrelitzer Kleinseengebiet an der brandenburgischen Grenze mit einer Vielzahl kleinerer Seen, welche über die Havel entwässern und den großen mecklenburgischen Seen mit Müritz, Plauer See und Kölpinsee, welche über die Elde entwässern. Beide Seengebiete sind über Kanäle miteinander verbunden. Östlich dieser Seengruppe befindet sich die Feldberger Seenlandschaft, welche ebenfalls durch die Havel entwässert wird. Ein weiteres größeres Seengebiet befindet sich in der Umgebung von Sternberg, Warin und Goldberg, welches neuerdings Sternberger Seenlandschaft genannt wird. Ein weiteres Seengebiet befindet sich in der Nähe der Landeshauptstadt Schwerin, mit dem Schweriner Seeals bedeutendstes Gewässer.

Quelle: Wikipedia

 http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Seen_in_Mecklenburg-Vorpommern

Waren (Müritz)

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 53° 31′ N, 12° 41′ O (Karte)
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Höhe: 70 m ü. NN
Fläche: 158,39 km²
Einwohner: 21.230 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17192
Vorwahl: 03991
Kfz-Kennzeichen: MÜR
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 156
Adresse der
Stadtverwaltung:
Zum Amtsbrink 1
17192 Waren (Müritz)
Webpräsenz: www.waren-mueritz.de
Bürgermeister: Günter Rhein (SPD)
Lage der Stadt Waren (Müritz) im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
Blick vom Turm der Marienkirche zur Georgenkirche und die dahinterliegende MüritzDas Heilbad Waren (Müritz) ist eine Mittelstadt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland) und Sitz des Amtes Seenlandschaft Waren, dem 19 Gemeinden angehören. Die Stadt selbst ist amtsfrei. Waren (Müritz) ist eines der 18 Mittelzentren des Landes. Sie ist der Fläche nach die zweitgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern.

Bis zur Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 war sie die Kreisstadt des Landkreises Müritz.

Waren liegt an der Müritz, dem größten vollständig in Deutschland liegenden Binnensee mit einer Fläche von 117 km², am Kölpinsee, amTiefwarensee, am Feisnecksee, am Melzer See und am Waupacksee. Mitten in der Stadt liegt der Herrensee.Geographie

Stadtgliederung

Zum Stadtgebiet gehören die Stadt Waren (Müritz) sowie die Ortsteile Warenshof, Alt Falkenhagen, Neu Falkenhagen, Jägerhof, Rügeband, Schwenzin, Eldenholz und Eldenburg.

Die Stadt selbst kann man in folgende Viertel gliedern:

  • Papenberg
  • Altstadt
  • Waren-Ost
  • Waren-Nord
  • Waren-West
  • Nesselberg
  • Ecktannen
  • Kamerun
  • Werdersiedlung

Geschichte

Erste Erwähnung, Name

Waren wird (neben Gnoien, Bützow und einigen weiteren, nicht sicher zuzuordnenden Siedlungsplätzen) bereits um das Jahr 150 n. Chr. vom alexandrinischen Geografen Claudius Ptolemäus erwähnt (als „Virunum“) und ist deshalb einer der ersten urkundlich erwähnten Orte auf dem Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns.

Der Name ist aus dem Slawischen abgeleitet und bedeutet Krähen- oder Rabenort.[2]

Der Name der Stadt könnte auch auf den germanischen Stamm der Warnen (Variner) zurückgehen. Der Name wurde früher auch Wahren, Warne oder lateinisch Warnae geschrieben. 1914 erhielt der Ort den Namen „Waren (Müritz)“ (Müritz stammt von dem wendischen Wort Morcze = Meer).

Mittelalter

Die mittelalterliche Stadt wurde um 1260 an der Handelsstraße vom Land Stargard nach Wismar bei einer Burg und einem slawischen Dorf von Siedlern aus Westfalen gegründet. Die ursprüngliche Stadt lag im Bereich um die Georgenkirche, am Alten Markt (Altstadt). Die Georgenkirche wurde 1273 erstmals erwähnt. Am Alten Markt (heute: Alter Markt 14) befand sich das erste Rathaus. Wenig später entstand die Neustadt (Marienkirche), die um 1325 mit der Altstadt vereint wurde. Mittelpunkt war jetzt der Neue Markt, der Altstadt und Neustadt verbindet. Um die Stadt verlief eine Stadtmauer. Seit 1292 wurde Waren als civitas (Stadtrecht) bezeichnet und ab 1331 als oppidum (kleinere Stadt). 1306 bekam die Stadt das Fischereirecht auf der Müritz. Von 1347 bis 1425 war Waren die Residenz einer Nebenlinie des Hauses Werle. Die Werlesche Burg soll südlich der Marienkirche gestanden haben (Burgstraße).

Neuzeit

Durch die großen Stadtbrände von 1568, 1637, 1671, 1673 und 1699 und durch den Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt vielfach verwüstet.

Das erste Rathaus stand am Alten Markt und danach mitten auf dem Neuen Markt. Das jetzige Rathaus am Neuen Markt wurde 1791 bis 1797 gebaut und 1857 ausgebaut.

19. Jahrhundert

1806 fanden in der Stadt und in ihrer Umgebung Kämpfe zwischen Blücher und den Franzosen statt. Die Kanalisierungen der Elde (1798–1803 und 1831–1837) und der Bau des Bolter Kanals (1831–1837) bewirkten einen wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt. 1839 entstand eine Gewerbeschule. 1845 eröffnete die erste Badeanstalt an der Müritz. 1862 wurde in der heutigen Müritzstraße am Stadthafen die Brauerei Birkenstädt gegründet, die ihren Betrieb aber bereits 1920 wieder einstellte. 1869 wurde das Gymnasium, zunächst als Progymnasium, gegründet (heute Richard-Wossidlo-Gymnasium). 1848/49 wurde die Chaussee Malchow–Waren–Neubrandenburg gebaut und mit dem Anschluss an die Bahnstrecke Waren–Malchin ab 1879 entwickelte sich Waren zu einem Verkehrsknotenpunkt. 1885 wurde die Mecklenburgische Südbahn vonParchim über Waren nach Neubrandenburg, 1886 die Lloydbahn von Neustrelitz über Waren nach Rostock eröffnet.

1920er Jahre

Der Rittmeister Stephan von le Fort (1884–1953) vom Gut Boek sammelte 1920 eine Reihe von Freikorps-Kämpfern um sich und verhängte während des Kapp-Putsches am 17. März 1920 über die Stadt Waren den Belagerungszustand. Am 18. März 1920 ließ er mit seinem Vetter, dem Reichswehrleutnant Peter Alexander von le Fort, die Stadt mit einem Geschütz und drei Maschinengewehren vom Galgenberg aus beschießen, wobei es fünf Tote und elf Schwerverletzte zu beklagen gab. Nach der Niederschlagung des Putsches flohen beide nach München und Österreich, und der Familienbesitz wurde vom Freistaat Mecklenburg-Strelitz liquidiert. An der Rückfront des Warener Rathauses ist heute noch ein Einschussloch zur Erinnerung an die Beschießung zu sehen.

Seit 1920 erhebt die Stadt eine Kurtaxe. Am 3. Dezember 1920 wurde Waren Kreisstadt des Landkreises Waren. Am 11. November 1925 wurde das Amt Röbel dem Amt Waren zugeschlagen. 1925 erhielt die Stadt elektrisches Licht. Im gleichen Jahr hatte der Warener Hafen seinen wirtschaftlichen Höhepunkt – 188 ankommende und 208 auslaufende Schiffe schlugen insgesamt 22.330 t Güter um. 1927 waren in der Stadt folgende größere Betriebe tätig: Die Molkerei Naschkatze, die Maschinenfabrik und Eisengießerei Piechatzek (heute Mecklenburger Metallguss), die Dampfsägerei Steinborn, die Mühle Thiele und Buggisch. Weiter die Milchexportgesellschaft Natura, eine Kartoffelflockenfabrik, die Dampfsägerei Strubelt, eine Gasanstalt und ein Unternehmen zur Fischverwertung.

Es gab 14 Baugeschäfte, eine Dachpappenfabrik, fünf Mühlen, zwei Zementsteinfabriken und die Großfischerei Rosengarten.

Am 15. September 1929 wurde die katholische Kirche geweiht.

Zeit des Nationalsozialismus

Bei den Amtsvertreterwahlen am 1. November 1931 wurde die NSDAP stärkste Partei. Sie stellte ab 1. April 1932 den Amtshauptmann (Landrat) und ab Dezember 1932 den Bürgermeister. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die in Waren ansässigen jüdischen Bürger verfolgt, vertrieben und in Konzentrationslagern ermordet. Die jüdische Gemeinde, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts 150 Mitglieder gehabt hatte, schrumpfte bis April 1938 auf neun Mitglieder. Die alte Synagoge war schon 1936 an Privat verkauft worden, so dass sie von den Nazis nicht zerstört wurde. Es wurde aber der Jüdische Friedhof beim Novemberpogrom 1938 geschändet und zerstört. Seit 1961 erinnert dort eine Gedenkstätte an ihn. 1942 lebten keine Juden mehr in Waren.

Ab 1936 errichteten die Dürener Metallwerke (Zulieferer für die militärische Flugzeugindustrie) ein Werk in Waren, die Mecklenburgische Metallwarenfabrik m. b. H. Waren (Memefa), die zum Quandt-Konzern gehörte. Dort mussten mehrere Tausend Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern unter z. T. menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten. Zur Schaffung vonWerkswohnungen für die deutschen Beschäftigten entstand von 1936 bis 1941 die Westsiedlung, für die der Berliner Architekt Günther Paulus (1898–1976) Mehrfamilienhäuser (in der Thomas-Mann-Straße, Friedrich-Engels-Platz, Clara Zetkin-Straße), Doppelhäuser und die sogenannten Werkmeisterwohnhäuser entwarf. In der Folge wuchs die Einwohnerzahl um über 4000. In Warenshof entstand das „Marinelager“ als Barackensiedlung (Ausbildung für den Nachrichtendienst der Marine).

Während des Zweiten Weltkriegs wurde im Kurhaus „Müritzhöhe“ ein Marinelazarett eingerichtet. In den letzten Kriegsmonaten wurden zusätzlich die Volksschule an der Denkmalstraße, das Gymnasium und das Hotel „Warener Hof“ zu Notlazaretten. Am 1. Mai 1945 besetzte die Rote Armeekampflos die Stadt.

1945 bis 1990

Im Oktober setzte der sowjetische Militärkommandant per Befehl Friedrich Dethloff (KPD) als Bürgermeister ein. Die sowjetische NKWD-Dienststelle in der Kietzstraße 10, dem „Haus des Schreckens“, war für harte Verhöre und Folter bekannt. Ende des Jahres waren über 6000 Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in der Stadt. Bis zum Frühjahr 1946 gab es eine Typhusepidemie, der viele Menschen zum Opfer fielen. Die Einrichtungen der „Memefa“ und der Dampfmühle Thiele und Buggisch wurden als Reparationsleistungen demontiert und in die Sowjetunion gebracht. Die Bahnlinie Rostock-Neustrelitz sowie die Teilstrecken Malchow-Karow und Möllenhagen-Neubrandenburg wurden stillgelegt und die Gleise abtransportiert.

In den 1970er Jahren wurden größere Teile der historischen Altstadt einer großflächigen neuen Verkehrsplanung geopfert und abgerissen. Dieser Verlust bewirkte in Waren eine Sensibilisierung besonders vieler Einwohner für die Erhaltung der verbliebenen, oft jahrhundertealten Bauten der Altstadt. Lange vor Öffnung der innerdeutschen Grenzen entstand in Waren eine Bürgerbewegung „Rettet die Altstadt“, deren Wirken maßgeblichen Anteil am Charme des heutigen Stadtkerns hat.

Bei Waren befand sich eines der vier zentralen Atomraketendepots der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

ab 1990

Nach der Wende wurde ab 1991 der historische Stadtkern zwischen der Müritz und dem Tiefwarensee im Rahmen der Städtebauförderung saniert und damit das Stadtbild mit den zwei Kirchen, Rathaus, Altem und Neuem Markt und den Speichern verbessert. Seit 1. Mai 1999 ist Waren ein „staatlich anerkannter Luftkurort“, seit Juni 2012 trägt die Stadt zusätzlich das Kurortprädikat „Heilbad“. Es wird Sole gefördert und als Solesalz verkauft.

Einwohnerentwicklung

(jeweils am 31. Dezember)

Jahr Einwohner
1810 3.022
1850 5.258
1900 8.848
1910 9.182
1919 9.203
1925 10.363
1933 11.622
1937 14.236
Jahr Einwohner
1939 15.538
1945* 19.218
1950 20.594
1970 21.332
1977 23.057
1983 24.101
1987 24.300
2004 21.637
2006 21.236

Städtepartnerschaften

Die Stadt Waren (Müritz) pflegt zum Erfahrungsaustausch Städtepartnerschaften. Es werden gemeinsame Projekte entwickelt, Gäste aus einigen Partnerstädten beteiligen sich an der Gestaltung des Müritzfestes mit Informationsständen und kulturellen Beiträgen. Im Gegenzug ist Waren bei ähnlichen Veranstaltungen der Partner präsent. 2005 wurde in der Stadtvertretung eine Arbeitsgruppe Städtepartnerschaften gegründet, die Gästebetreuung vor Ort organisiert und für Konzeptarbeit, Projektplanung und Haushaltsplanung zuständig ist.

Städtepartnerschaften bestehen zu den deutschen Städten Springe in Niedersachsen und Schleswig in Schleswig-Holstein. Internationale Partnerstädte sind Rokkasho in Japan, Magione in Italien, Suwałki in Polen und Gorna Orjachowiza in Bulgarien.

Wappen

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 44 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert. Blasonierung: „In Gold die Front einer gezinnten roten Rundmauer mit offenem Tor und zwei großen, spitzbedachten Zinnentürmen auf grünem Anger, bespült von blauen Wellen; zwischen den Türmen auf der Mauer die vordere Hälfte eines herschauenden, nach rechts schreitenden schwarzen Stiers mit silbernen Hörnern und goldener Krone; über dem Haupt des Stieres ein schwebender blauer Topfhelm mit zwei an gekreuzten grünen Stangen befestigten Pfauenfederrosetten in natürlichen Farben. Das Wappen wurde 1993 von dem Barsbütteler Hans-Frieder Kühne neu gezeichnet. Die Flagge der Stadt Waren (Müritz) ist gleichmäßig längsgestreift in Blau, Gold (Gelb) und Rot. Auf dem goldenen (gelben) Streifen liegt in der Mitte, zu jeweils zwei Dritteln in den blauen und roten Streifen übergehend, das Stadtwappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Blick über den Tiefwarensee
Müritzeum, direkt am Herrensee in Waren (Müritz)
Marienkirche von Waren
Wasserturm auf dem Nesselberg
Ehemalige Posthalterei
Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Waren (Müritz)

Um Waren herum befinden sich Naturparks wie die Nossentiner-Schwinzer Heide oder der Müritz-Nationalpark. Auf dem Damerower Werder, der zur Gemeinde Jabel gehört, befindet sich auch ein Schaugehege für Wisente.

Im historischen Stadtkern von Waren (Müritz) befinden sich viele Restaurants, Cafés und Bars und mehrere Einkaufsstraßen.

Müritzeum

Das Müritzeum zeigt das größte Süßwasseraquarium für heimische Fische in Deutschland und eine interaktive, multimediale Ausstellung zu den Schönheiten und Besonderheiten der Müritz Region und des Müritz-Nationalparks. Gleichzeitig fungiert das Müritzeum als Informations- und Naturerlebniszentrum für die Mecklenburgische Seenplatte. Über 40 Fischarten aus Mecklenburg-Vorpommern werden gezeigt.

Kirchen von Waren an der Müritz

Kirche St. Georgen

Die Georgenkirche vom Anfang des 14. Jahrhunderts ist eine dreischiffige Basilika mit vierjochigem Langhaus, das von einem Kreuzrippengewölbegedeckt wird. Der Bau besteht aus Backsteinen. Der quadratische Westturm ist von 1414. 1699 wütete ein Brand, die Herrichtung des Gebäudes fand aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts statt. Altar, Kanzel und Doppelempore wurden im neugotischen Stil geschaffen. Der Altar stellt eine Kreuzigungsgruppe mit Maria, Maria Magdalena und Johannes dar. Sie wurde von einem Tiroler Bildhauer geschnitzt. Die Kirchgemeinde St. Georgen hat etwa 2300 Mitglieder.

Kirche St. Marien

Die Kirche St. Marien ist ein rechteckiger, einschiffiger Backsteinbau im Osten der Altstadt. Um sie herum gründete sich die sogenannte Neustadt. Der Westturm mit seinem sehr auffälligen Turmaufbau wurde am Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet, wobei der Aufbau selbst von 1790/1792 stammt. Der rechteckige Feldsteinchor geht auf die Überreste der dort errichteten Burgkapelle der nicht mehr existierenden Warener Burg („Große Burgstraße“) zurück. Datiert wird dies auf den Beginn des 13. Jahrhunderts. Die Fenster der Sakristei sind im romanischen Stil gehalten.

Erwähnenswert ist auch die denkmalgeschützte katholische Heilig-Kreuz-Kirche.

Weitere Gebäude

  • Altes Rathaus (Zweigeschossiger Backsteinbau mit Arkaden – ehemalige Gerichtslaube – am Ostgiebel, 15. Jahrhundert) und Alter Markt
  • Alte Feuerwache (Eingeschossiger Backsteinbau 19. Jahrhundert) und Alter Markt
  • Neues Rathaus (Tudorgotik, Mitte 19. Jahrhundert) mit Einschussloch vom Kapp-Putsch 1920 und Neuer Markt
  • Löwenapotheke (zweigeschossiger Fachwerkbau, um 1800, mit dem „Haus des Gastes“), Neuer Markt 21
  • Stadthafen mit den alten Hafenspeichern
  • Kietzspeicher
  • Müritzeum
  • Haupthaus Richard-Wossidlo-Gymnasium
  • Schloss Weinberg
  • Bürger- und Verwaltungszentrum
  • Brauhaus Müritz

Geschichtsdenkmale

  • Gedenktafel an der heutigen Volksbank (Kiezstraße) für die Folterungen durch die Sowjets nach 1945
  • Gedenkstein am Friedhof (an der B 192) für die Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten
  • Gedenktafel aus dem Jahre 1994 am Sitz der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus acht europäischen Ländern, die in der Rüstungsproduktion der Memefa Zwangsarbeit verrichten mussten
  • Gedenkstein von 1945 auf dem Friedhof an den Gräbern sowjetischer Soldaten und Zwangsarbeiter
  • Gedenkstätte aus den Jahren 1947 und 1950 Am Kietz für 224 weibliche KZ-Häftlinge, die Opfer der Zwangsarbeit wurden
  • Gedenktafel aus den 1960er Jahren am Haus Feldstraße 19 für den kommunistischen Widerstandskämpfer Hermann Gatzke, der wegen seines Widerstands zu hoher Zuchthausstrafe verurteilt wurde
  • Gedenktafel aus den 1960er Jahren in der Papenbergstraße 12 für den kommunistischen Stadtverordneten Paul Rachow, der 1945 im KZ Neuengamme ermordet wurde
  • Gedenkanlage mit Holzskulptur aus dem Jahre 1994 von dem Bildhauer Sven Domann an der Geschwister-Scholl-Straße/Ecke Dietrich-Bonhoeffer-Straße zur Erinnerung an den christlichen Widerstand der „Weißen Rose“
  • Gedenkstätte mit Tafel am Papenberg an der Straße nach Neubrandenburg für den 1938 von den Nazis geschändeten Jüdischen Friedhof. An der Umfriedungsmauer eine Travertinstele des Bildhauers Walter Preik für die jüdischen Opfer des Faschismus
  • Gedenkstein am südlichen Ufer des Tiefwarensees zur Erinnerung an die Warener Synagoge

Müritz-Saga

Die Müritz-Saga ist ein Zyklus von Theaterstücken, deren fiktive Handlungen in der Müritz-Region spielen. Ergänzt werden die Stoffe durch Sagen, Geschichten und Legenden der Region bereichert werden. Jeder Teil hat eine in sich abgeschlossene Handlung. Allerdings bauen die Teile lose aufeinander auf. Die Stücke sind eigens für die Freilichtbühne in Waren konzipiert, die sich auf dem Areal rund um das romantische Amphitheater auf dem Mühlenberg befindet und nach 2006 umgebaut und neu gestaltet wurde. Die Naturbühne wurde dazu restauriert, die Besucherränge erneuert und ein Haus für die Tontechnik und Regie errichtet. Im Sommer 2009 entstand ein Cateringhäuschen in mittelalterlicher Ansicht. Das Theater verfügt nunmehr über 1200 Sitzplätze.

Autor der Müritz-Saga ist der Film- und Fernsehregisseur Roland Oehme. Der erste Teil Zeit der Hoffnung erlebte 2006 auf der Freilichtbühne seine Premiere. Seither folgte jährlich ein weiterer Teil. Regie führt der Schauspieler und Regisseur Nils Düwell. Außer ausgebildeten Schauspielern nehmen Einwohner der Müritzregion auf der Bühne teil.

  • 2006: Zeit der Hoffnung
  • 2007: Unter dem Hexenhammer
  • 2008: Pakt mit dem Teufel
  • 2009: Teufel, Pest und fromme Worte
  • 2010: Die Maske fällt
  • 2011: Wolf von Warentin
  • 2012: Ein Herz und eine Klinge

Regelmäßige Veranstaltungen

Der Müritz-Lauf ist die teilnehmerstärkste Sportveranstaltung (2010–975 Teilnehmer)
  • Seit 2002 findet jährlich im Mai die Müritz Sail statt, an der Binnensegler und auch Hochseesegler teilnehmen und mehr als 50.000 Besucher in die Stadt strömen.
  • Am letzten Juliwochenende findet jedes Jahr in Waren der Triathlon in Mecklenburg-Vorpommern statt.
  • Das Müritz-Schwimmen findet seit über 30 Jahren über eine Strecke von 1950 Metern im nördlichen Teil der Müritz statt, an dem mehrere hundert Schwimmer jährlich teilnehmen.
  • Seit 2001 ist der Müritz-Lauf Bestandteil des sportlichen Geschehens. Jedes Jahr im August treffen sich nationale und internationale Sportler, um an den verschiedenen Wettbewerben rund um die Müritz teilzunehmen. Der Müritz-Lauf ist die teilnehmerstärkste Veranstaltung der Region.

Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur

Verkehr

Straßen

Die Bundesautobahn 19 führt in 30 Kilometern Entfernung an der Stadt vorbei. Waren ist über die Bundesstraßen 192 und 108 an die Autobahn angebunden.

Eisenbahn

Waren (Müritz) liegt an der Eisenbahnstrecke Berlin–Rostock (Lloydbahn). Eine Nebenbahnstrecke (Mecklenburgische Südbahn) über Parchim und Ludwigslust nach Hagenow besitzt Anschlussmöglichkeiten nach Schwerin und Hamburg. Seit 2007 gibt es den ICE-Halt an der Strecke Rostock – Berlin – München in Waren.

Öffentlicher Personennahverkehr

Der Öffentliche Personennahverkehr der Stadt erfolgt durch die Personenverkehr GmbH Müritz. Diese betreibt zwei Stadtbuslinien. Zudem besteht eine Regionalbuslinie im Taktverkehr und das Umland im Müritzkreis ist mit Regionalbussen erreichbar.

Ansässige Unternehmen

  • Mecklenburger Metallguss GmbH (MMG), die im Februar 2006 den weltweit größten jemals hergestellten Schiffspropeller auslieferte.
  • Heinrich Nölke GmbH & Co. KG Betrieb Waren/Müritz
  • Möwe Teigwarenwerk GmbH

Öffentliche Einrichtungen

Staatliche Einrichtungen

  • Stadtverwaltung
  • Amt Seenlandschaft Waren
  • Amtsgericht und Grundbuchamt Waren (Müritz)
  • Finanzamt Waren
  • Wasserschutzpolizeiinspektion
  • Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg, Außenstelle Waren

Bildungseinrichtungen in Waren Müritz

  • Richard-Wossidlo-Gymnasium als Campus-Gymnasium
  • Berufsschule mit Fachgymnasium
  • Überregionales Ausbildungszentrum Waren/Grevesmühlen (ÜAZ)
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum „Pestalozzi“ Waren
  • Regionalschulen
    • Friedrich-Dethloff-Schule
    • Regionalschule Waren-West
  • Grundschulen mit Orientierungsstufe
    • Arche-Schule, Evangelische Grundschule mit Orientierungsstufe
  • Grundschulen
    • Käthe-Kollwitz-Grundschule
    • Grundschule am Papenberg

Freizeit- und Sportanlagen

Die Müritz bietet zahlreiche Möglichkeiten wie Schwimmen, Segeln, Windsurfen. Es gibt vier Strandbäder und ein gut ausgebautes Wegenetz.

Die Stadt weist ein Drei-Säle-Kino, eine Bundeskegelbahn und eine Bowlingbahn auf.

Am nordöstlichen Stadtrand von Waren verläuft einmal rund um den Tiefwarensee der Eiszeitlehrpfad Tiefwarensee.

Der Warener Luftsportverein unterhält einen Flugplatz in Waren/Vielist

Klima

Waren liegt im klimatischen Übergangsbereich zwischen dem ozeanischen Meeresklima und dem kontinentalen Klima. Das Mikroklima wird im Wesentlichen durch die Müritz beeinflusst. Dadurch wird der Jahresgang der Temperatur sowohl bei der Erwärmung im Frühjahr als auch bei der Abkühlung im Herbst abgeschwächt. In Waren wird im langjährigen Mittel mit -4 °C die niedrigste Februartemperatur in Mecklenburg-Vorpommern registriert (Jeschke et al. 1980). Die Gebiete östlich der Müritz liegen im Regenschatten der Mecklenburgischen Großseen und zeichnen sich durch geringere Niederschläge

Persönlichkeiten – Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Albrecht II. (1590–1636), Herzog zu Mecklenburg
  • Johann Carl Heinrich Dreyer (1723–1802), Rechtswissenschaftler und Politiker
  • Henriette von Bissing (1798–1879), Schriftstellerin
  • Karl Heydemann (1845–1904), Reichstagsabgeordneter
  • Auguste Sprengel (1847–1934), Erzieherin und Begründerin der Frauenschulbewegung
  • Heinz Sarkowski (1925–2006), Buchhersteller, Verlagsmitarbeiter und Autor
  • Heinz Penzlin (* 1932), Zoologe und Tierphysiologe
  • Jürgen Seidel (* 1948), Politiker (CDU)
  • Rudolf Borchert (* 1952), Politiker (SPD), Mitglied des Landtages
  • Monika Hamann, geb. Meyer (* 1954), Leichtathletin, 100m- und 200m-Läuferin, 4*100m Staffel
  • Senno Salzwedel (* 1959), Gewichtheber, Weltmeister im Stoßen 1985
  • Sylvia Bretschneider (* 1960), Politikerin (SPD), Mitglied und Präsidentin des Landtages Mecklenburg-Vorpommern
  • Thomas Schröder (* 1962), Leichtathlet, 100m-Läufer, 4*100m Staffel
  • David Timm (* 1969), Pianist, Organist, Chorleiter und Jazzmusiker
  • Katrin Borchert (* 1969), Kanutin
  • Matthias Reckzeh (* 1973), Handballtorwart
  • Sandra Weckert (* 1973), Jazzmusikerin
  • Toralf Schnur (* 1975), Politiker (FDP)
  • Daniela Rossek (* 1976), Rollstuhl-Fechterin

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben

  • Bernhard II. (um 1320–1382), Fürst, 1347–1382 Herr zu Werle-Waren
  • Carl Bandelow (1804–1869), Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, soll ab 1835 Gutsbesitzer in Waren gewesen sein
  • Albert Sprengel (1811–1854), Jurist und Stadtrichter in Waren
  • Richard Wossidlo (1859–1939), Volkskundler, war von 1886 bis 1922 Lehrer am Gymnasium der Stadt und ist Ehrenbürger von Waren (Müritz)
  • Martha Fritsch (1860–1917), Theodor Fontanes einzige Tochter und Herausgeberin, verbrachte die letzten Jahre ihres Lebens in Waren (Müritz)
  • Ernst Hamann (1862–1952), mecklenburgischer Heimatdichter, verbrachte Jugend- und Schuljahre in Waren
  • Klausjürgen Wussow (1929–2007), Schauspieler, besuchte ab 1946 das Gymnasium der Stadt
  • Doris Zutt (* 1
Blick auf den Warener Stadthafen (weitere Panoramen)

Weblinks Commons: Waren (Müritz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

  • Literatur über Waren (Müritz) in der Landesbibliographie MV

Einzelnachweise

  1.  Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden am 31.12.2011 (XLS) (Hilfe dazu)
  2.  Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Schwerin 46.1881, S. 155. ISSN 0259-7772
  3.  Renate Krüger: Mecklenburg Wege eines Landes
  4.  Bernd Kasten: Verfolgung und Deportation der Juden in Mecklenburg 1938–1945. Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.), Schwerin 2008, S. 77–78,ISBN 978-3-940207-16-6
  5.  Offizielle Seite der St. Georgen-Kirche
  6. Offizielle Seite der St. Marienkirche Waren

Einklappen

Städte und Gemeinden im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Alt Schwerin | Altenhagen | Altenhof | Altentreptow |

Ankershagen | Bartow | Basedow | Beggerow | Beseritz|

Blankenhof | Blankensee | Blumenholz | Bollewick | Borrentin |

Bredenfelde | Breesen | Breest |Briggow | Brunn | Buchholz |

Burg Stargard | Burow | Bütow | Cammin | Carpin | Cölpin |

Dargun | Datzetal | Demmin | Dratow-Schloen | Duckow |

Eichhorst | Faulenrost | Feldberger Seenlandschaft |

Fincken | Friedland | Fünfseen | Galenbeck | Genzkow |

Gielow | Glienke | Gnevkow | Godendorf | Göhren-Lebbin |

Golchen | Gotthun | Grabow-Below | Grabowhöfe |

Grammentin | Grapzow | Grischow | Groß Kelle |

Groß Miltzow | Groß Nemerow | Groß Plasten |

Groß Teetzleben | Grünow | Gültz | Gülzow | Helpt |

Hohen Wangelin | Hohenbollentin | Hohenmocker |

Hohenzieritz | Holldorf | Ivenack | Jabel |Jürgenstorf |

Kargow | Kentzlin | Kieve | Kittendorf | Klein Vielen |

Kletzin | Klink | Klocksin | Knorrendorf | Kratzeburg |

Kriesow | Kublank | Kuckssee | Kummerow | Lärz |

Leizen | Lindenberg | Lindetal | Ludorf |Malchin |

Malchow | Massow | Meesiger | Melz | Mildenitz |

Mirow | Möllenbeck | Möllenhagen | Mölln | Moltzow |

Neddemin | Neetzka | Neubrandenburg | Neuenkirchen |

Neu Gaarz | Neukalen | Neustrelitz |Neverin | Nossendorf |

Nossentiner Hütte | Peenehagen | Penkow | Penzlin |

Petersdorf | Pragsdorf | Priborn | Priepert | Pripsleben |

Rechlin | Ritzerow | Röbel/Müritz | Röckwitz | Roggentin |

Rosenow |Sarow | Schönbeck | Schönfeld | Schönhausen |

Schwarz | Siedenbollentin | Siedenbrünzow | Sietow | Silz |

Sommersdorf | Sponholz | Staven | Stavenhagen | Stuer |

Torgelow am See | Trollenhagen |Tützpatz | Userin | Utzedel |

Varchentin | Verchen | Vipperow | Voigtsdorf | Vollrathsruhe |

Walow | Waren (Müritz) | Warrenzin | Werder | Wesenberg |

Wildberg | Woggersin | Wokuhl-Dabelow | Wolde |Woldegk |

Wredenhagen | Wulkenzin | Wustrow | Zepkow | Zettemin |

Zirzow | Zislow

Sorgenlos

 

Quelle: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Waren_(M%C3%BCritz)

Malchow (Mecklenburg)

Koordinaten: 53° 28′ N, 12° 25′ O (Karte)
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Höhe: 75 m ü. NN
Fläche: 44,6 km²
Einwohner: 6696 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17213
Vorwahl: 039932
Kfz-Kennzeichen: MÜR
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 093
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Alter Markt 1
17213 Malchow
Webpräsenz: http://www.amt-malchow.de/
Bürgermeister: Joachim Stein (Bündnis 90/Die Grünen)
Lage der Stadt Malchow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Blick auf die Altstadt von MalchowMalchow ist eine Kleinstadt im Süden von Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (Deutschland). Seit 2005 trägt sie den Titel Luftkurort und seit 2011 den offiziellen Namenszusatz „Inselstadt“. Sie ist außerdem Verwaltungssitz des Amtes Malchow, dem weitere acht Gemeinden angehören. Die Stadt liegt in der Mecklenburgischen Seenplatte, nicht weit entfernt von der Müritz am Malchower See.Geografie

Stadtgliederung

  • Kloster
  • Laschendorf
  • Biestorf
  • Lenz
  • Westsiedlung (umgangssprachlich: Lager)
  • Sandfeld
  • Trostfeld
  • Birkholz
  • Altstadt

Geschichte

Auf einer Insel zwischen dem Plauer See und dem Fleesensee erbaut, wurde Malchow 1147 erstmalig schriftlich erwähnt und erhielt am 14. März 1235 von Fürst Nikolaus I. von Werle das Schwerinsche Stadtrecht. Bereits im Jahre 955 soll Otto der Große hier eine entscheidende Schlacht gegen die Wenden geführt haben. 1298 wurde Alt-Malchow Standort des Nonnenklosters von Röbel. Nachdem die Häuser der Insel innerhalb von nur 30 Jahren zweimal abgebrannt waren, wurde die Stadt ab 1721 auf das Festland hin erweitert. Die Stadt war mit dem östlichen Ufer bis zu ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg mit einer Holzbrücke verbunden. Für die Wiederherstellung fehlte das Geld. Zwischen 1724 und 1846 gab es einen Fährdienst. Dieser wurde 1846 durch einen Erddamm ersetzt.

Stadtkirche von Malchow.
Die Westseite war bis 1845 durch eine Holzbrücke mit dem Festland verbunden. Zwischen 1845 und 1863 wurde diese durch eine Hubbrücke ersetzt. 1863 errichteten die Einwohner eine hölzerne Drehbrücke. Dadurch besteht die heutige Stadt aus drei Teilen: der Insel, dem östlichen Teil der Stadt, geprägt durch eine Klosteranlage, dem Stift der adligen Damen (1572 bis 1923) und dem westlichen Teil. Hier liegt heute der größte Teil der Stadt, wobei die Mühlenstraße und die Kirchenstraße die ältesten Straßen auf dem Festland sind. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde 1938 eine Munitionsfabrik der Dynamit-AG Alfred Nobel & Coerrichtet, in der 10.000 Personen Rüstungsgüter herstellten. Während des Zweiten Weltkriegesmussten hier Hunderte Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten. Im Jahre 1943 wurde zudem ein Außenlager des KZ Ravensbrückgebaut, in dem hunderte Frauen, unter ihnen viele ungarische Jüdinnen unter grausamen Bedingungen arbeiten mussten, wobei viele ihr Leben verloren. Auch beim Todesmarsch nach der Räumung des Lagers 1945 fanden viele den Tod. Die 375 aufgefundenen Toten wurden auf dem Lagergelände verscharrt. Vor der Villa Gartenstraße 19 wurde im Mai 1945 die sowjetische Ortskommandantur eingerichtet. Zur Jahreswende 1945/1946 verhaftete die sowjetische Geheimpolizei NKWD über 30 Jugendliche (ab 13 und 14 Jahren), darunter drei Mädchen, wegen angeblicher antisowjetischer Tätigkeit und Werwolf-Zugehörigkeit. Zwei nahmen sich aufgrund von Folterungen durch Selbsttötung das Leben, zwei wurden vor Verurteilung getötet, einer erschossen, zwei starben im Gefängnis in Waren. Viele von ihnen kamen in das sowjetische Speziallager Nr. 7 Sachsenhausen, fünf starben dort an den Lagerbedingungen. Die Überlebenden wurden zwischen 1950 und 1954 entlassen. In der Villa erinnert ein Gedenkstein mit einer Kupfertafel von Sieghard Dittner seit 1998 an die Geschehnisse.

Nach der politischen Wende wurden ab 1991 der historische Stadtkern mit seiner einmaligen Altstadtinsel und der Klosterbereich im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert. Seit dem 20. April 2011 trägt Malchow die offizielle Bezeichnung „Inselstadt“. Das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern genehmigte diesen Namenszusatz aufgrund der in dem Bundesland einzigartigen baulichen Insellage der historischen Altstadt.

Politik

Malchower Rathaus
Die Drehbrücke in Malchow verbindet Straßen und Wasserwege


Stimmenanteile für Wählerlisten werden in der Landesstatistik zusammengefasst. 
Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 76 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Blau eine goldene Mauer mit zwei Türmen mit bogenförmigen Stützen, Zinnenkränzen, Spitzdächern und Knäufen; zwischen den Türmen oben ein goldenes Herz, darunter ein silberner Vogelkopf, der im Schnabel einen goldenen Ring mit silbernem Stein hält.“

Städtepartnerschaften

  • Stadt Quickborn in Schleswig-Holstein
  • Gemeinde Moormerland in Niedersachsen
  • Gemeinde Langballig im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein
  • Gniewino (Gnewin) im Powiat Wejherowski (Kreis Neustadt in Westpreußen) in Polen

Verkehr in und um Malchow

Malchow liegt an der Mecklenburgischen Südbahn und an der Bundesstraße 192. Westlich des Ortes verläuft die Bundesautobahn 19, welche über die Anschlüsse Malchow und Waren/Müritz zu erreichen ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke in Malchow

Stadtmühle
Klosterkirche
  • Die Klosterkirche des Klosters Malchow bestand als Feldsteinkirche nachweislich ab 1235. In den Jahren 1844 bis 1846 wurde zunächst ein 52 m hoher Backsteinturm angefügt, aus optischen Gründen wurde danach von 1847 bis 1849 auch das Kirchenschiff nach Plänen Friedrich Wilhelm Buttels erneuert. Nach einem Brand 1888 wurde die Kirche bis 1890 nach Entwürfen von Georg Daniel im Stil der Neogotik wieder aufgebaut und dient heute als Ausstellungsraum des Orgelmuseums sowie als Ort für Konzerte und Trauungen.
  • Die Stadtkirche Malchow wurde 1870 bis 1873 in Form einer Kreuzkirche erbaut. Der neugotische Backsteinbau verfügt über einen quadratischen Westturm. Im Inneren der Kirche, das von einem Holztonnengewölbe überspannt wird, herrscht bauzeitliche Ausstattung vor. Sehenswert der Altaraufsatz sowie eine Vielzahl von Figuren.
  • Die Malchower Stadtmühle ist etwa 130 Jahre alt. Sie ist deutschlandweit die einzige Windmühle, mit der Strom erzeugt wird.
  • Drehbrücke Malchow. Seit 1863 verbindet die von jährlich etwa 18.000 Booten passierte Brücke die Insel (Altstadt) mit der Neustadt. Sie stellt die Querung der Müritz-Elde-Wasserstraße als Bundeswasserstraße zwischen Müritz und Hamburg als auch Berlin dar. Sie war bis zur Eröffnung der Autobahn Berlin-Rostock 1978 der einzige Übergang über die Oberseen der Mecklenburger Seenplatte im Zuge der Fernstraße F 192 (heute B 192). 1980 war sie dann defekt, sie konnte nicht mehr geöffnet werden. Der Schiffsverkehr zwischen der Müritz und dem Plauer See kam damit zum Erliegen. 1991 wurde die heutige Brücke in Betrieb genommen, die aber bis Frühjahr 2006, insbesondere in heißen Sommern, immer wieder große technische Schwierigkeiten hatte, sie klemmte an der landseitigen Führungsschiene. Staus auf der Straße und auf dem Wasser waren die Folge.
  • Im Ortsteil Laschendorf findet sich der Burgwall Laschendorf: Reste einer slawischen Niederungsburg aus dem 10./11. Jahrhundert.

Museen in Malchow am See

Orgelmuseum in der Klosterkirche
  • Das 1997 gegründete Mecklenburgische Orgelmuseum befindet sich in der ehemaligen Klosterkirche. Hier werden Instrumente aus Mecklenburg aufbewahrt und die zweitausendjährige Geschichte des Orgelbaus unter besonderer Berücksichtigung der romantischen Orgeln Mecklenburgs gezeigt und beschrieben. Der Besucher hat die Möglichkeit, Orgel zu spielen und an bestimmten Tagen Konzerte in der Kirche mit mehreren Orgeln zu erleben. Die angeschlossene orgelwissenschaftliche Bibliothek ist in einem benachbarten Gebäude untergebracht.
  • In einem ehemaligen Kino von 1956 werden im DDR-Museum Ausstellungsstücke aus dem Alltagsleben der Bürger gezeigt. Dies reicht von Utensilien der Hochzeit, der Jugendweihe und der FDJ bis zur Geschichte der Rundfunktechnik.
  • Im Stadt- und Heimatmuseum Malchows (Kloster 47) findet man Gegenstände, teilweise auch zum Ausprobieren, die einen Einblick in die Lebens- und Arbeitsweise der Bevölkerung dieses Landstrichs geben. Eine komplette Druckerei, eine Schulstube von 1930, eine Schusterwerkstatt und eine Küche aus den 1920er Jahren sind sehenswert.
  • In der Rostocker Straße 42 hat sich eine Sammlung zur Radtechnik etabliert. Hier kann man sowohl Kuriositäten aus der DDR-Motorrad-Geschichte als auch Fahrräder aus den 1920er Jahren besichtigen (zur Zeit geschlossen).

Geschichtsdenkmale von Malchow

Denkmal 1870/71
  • Denkmal 1870/71 (geweiht 1876) an der Stadtkirche (in schlechtem Zustand)
  • Denkmal 1914/18 (geweiht 1920) an der Stadtkirche (die Figur eines sterbenden Kriegers von Bildhauer Wilhelm Wandschneider 1945 entfernt und später eingeschmolzen
  • Denkmal 1914/18 Kloster Malchow (Adler nach 1945 entfernt)
  • Denkmal 1914/18 (geweiht 1920) des Turnvereins
  • Gedenkstätte An der Lagerstraße für 375 KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter(innen), die Opfer des Faschismus wurden
  • Denkmal 1939/45 für die Opfer des Zweiten Weltkrieges auf dem Stadtfriedhof
  • Denkmal gefallener sowjetischer Soldaten (errichtet 1945) an der Rostocker Straße
  • Gedenkstätte auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof Teterower Straße
  • Gedenktafel für Jugendliche, die nach Kriegsende 1945 als angebliche Angehörige der Werwolf-Organisation verschleppt und teilweise ermordet worden sind (1998 angebracht)
  • Jüdischer Friedhof

Blütengarten

Der ein Hektar große Blütengarten gibt dem Besucher anschauliche Anregung, wie ein Blühen die ganze Saison hindurch mit Stauden organisiert werden kann („Durchblühgarten“) .

Bildungseinrichtungen

In der Strandstraße befindet sich die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommerns.

Wirtschaft

Malchower See und ehemalige Weberei

Heute ist Malchow einer der touristischen Hauptorte der Seenplatte. Aufgrund der mittigen Lage am Wasser entwickelte sich im 19. Jahrhundert dieTuchmacherei und Färberei im Ort. Zeitweise wurde Malchow daher als das Manchester Mecklenburgs bezeichnet. Dieser Industriezweig ist jedoch verschwunden.

Persönlichkeiten von Malchow

Söhne und Töchter der Stadt

 

  • Joachim Trumpf (1687-1769), Organist, Astronom und Instrumentenbauer
  • Friedrich Wilhelm Virck (1882–1926), Architekt, zuletzt Oberbaudirektor in Lübeck
  • Wilhelm Müller (1886–1969), Lehrer und langjähriger Briefpartner von Uwe Johnson
  • Dietrich von Müller (1891–1961), Generalleutnant der Wehrmacht
  • Henning Schleiff (* 1937), Ingenieurökonom und Politiker (SED)

 

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

 

  • Friedrich Ludwig Theodor Friese (1827–1896), Orgelbauer, baute 1873 die Orgel der Stadtkirche und 1890 der Klosterkirche Malchow
  • Georg Daniel (1829–1913), Baumeister, schuf 1870–1873 den Neubau der Stadtkirche
  • Katrin Rutschow-Stomporowski (* 1975), Olympiasiegerin im Rudern

 

 Commons: Malchow (Mecklenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Malchow (Mecklenburg) – Quellen und Volltexte
  • Literatur über Malchow (Mecklenburg) in der Landesbibliographie MV

Einzelnachweise

  1.  Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden am 31.12.2011 (XLS) (Hilfe dazu)
  2.  G. C. F. Lisch: Urgeschichte des Ortes Malchow. Schwerin 1867 (Volltext).
  3.  Benno Prieß: Erschossen im Morgengrauen. Eigenverlag. Mitherausgeber: Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR. Calw 2002. ISBN 3-926802-36-7. S. 208-214
  4.  Orte des Erinnerns, Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR. hrsg. v. A. Kaminsky, Bonn 2007, S. 255 f.
  5.  Pressemeldung Nr. 62 des Innenministeriums von Mecklenburg-Vorpommern (PDF; 73 KB)
  6.  Statistische Hefte Mecklenburg-Vorpommern

Röbel/Müritz

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 53° 23′ N, 12° 36′ O (Karte)
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Röbel-Müritz
Höhe: 65 m ü. NN
Fläche: 30,17 km²
Einwohner: 5224 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 173 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17207
Vorwahl: 039931
Kfz-Kennzeichen: MÜR
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 124
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
17207 Röbel/Müritz
Webpräsenz: http://www.amt-roebel-mueritz.de/
Bürgermeister: Heiner Müller (SPD)

Luftbild des Stadtkerns von Röbel

Hafenpromenade in Röbel
Blick auf den Hafen

Röbel/Müritz ist eine Kleinstadt im Südwesten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern am Westufer der Müritz. Sie ist Verwaltungssitz des Amtes Röbel-Müritz, dem weitere 24 Gemeinden angehören. Die Stadt Röbel liegt in der Mecklenburgischen Seenplatte, direkt südwestlich der Müritz, auf einer Höhe von 65 m ü. NN. Um Röbel liegen im Uhrzeigersinn die Orte Gneve, Ludorf, Vipperow, Priborn, Melz, Bollewick, Nätebow, Karchow, Bütow, Minzow, Groß Kelle, Sietow, Gotthun.

Name

Erste urkundliche Erwähnung findet Robole im Jahr 1227. Der Name taucht davor in der Gründungsurkunde des Bistums Havelberg 946/48 für das heutige Dorf Räbel/Elbe auf. Ein weiteres Röbel befindet sich bei Süsel in Schleswig-Holstein. Der altpolabische PersonennameRobola könnte von Arbeit oder Knecht abgeleitet sein. Am 10. März 1995 erfolgte die Änderung der Schreibweise von vormals Röbel (Müritz) in Röbel/Müritz.

Mittelalter von Röbel Müritz

(Alt-)Röbel entstand bereits im 10. Jahrhundert als suburbane Siedlung vor einer der Hauptburgen des slawischen Stammes der Murizaner und neben einem Tempelberg, den seit dem frühen 13. Jahrhundert eine der beiden Kirchen (Marienkirche) der Stadt krönt. Die Stadt erhielt 1226 von Heinrich Borwin II., einem Urenkel Niklots, des Stammvaters der mecklenburgischen Fürsten und Herzöge, das Schweriner Stadtrecht, welches für die Nova Civitas Robele nach dem Zusammenschluss der Neustadt mit dem Suburbium der Burg 1261 bestätigt und erweitert wurde. Im selben Jahr fand auch die Wüstung Cernowe Erwähnung. Ein Kastellan der landesherrlichen Burg Röbel ist Zeuge in einer Urkunde anno 1227. Die Burg, von Nicolaus v. Werle (Sohn Heinrich Borwins II.) und seinen Nachfolgern zum Schloss ausgebaut, war bis 1349 neben Güstrow Hauptresidenz der Herren von Werle, später Fürsten zu Wenden. Nun entwickelte sich ein Phänomen, das selten anzutreffen ist. Während anderenorts die deutschen und slawischen Siedlungen verschmolzen, trennte sich die Neustadt im späten Mittelalter wieder durch Mauer, Graben und Tor von der ehemals slawischen Altstadt. In Neuröbel hatten sich vor allem Kaufleute und Handwerker angesiedelt, die vom Landesherrn mit Hausäckern belehnt wurden, woraus die Bezeichnung „Ackerbürger“ resultierte. In Altröbel verblieb die slawische Bevölkerung – Pachtbauern und Fischersleute. Ein etwa 400 Jahre anhaltender Rechtsstreit beider Ortsteile, der durch die bistümliche Trennung von 1252 (den Südteil und damit die Neustadt erhielt das Bistum Havelberg, den Nordteil erhielt das Bistum Schwerin) noch begünstigt wurde, ließ die Bürger und die Verwaltung kaum zur Ruhe kommen. Prozessakten („Röbel./.Röbel“) von 1585 bis 1886 (im Stadtarchiv vorhanden) belegen den durch soziale und wirtschaftliche Diskriminierung der Altstädter hervorgerufenen Streit, der bereits vor 1500 mit der Ausgrenzung der Altstadt seinen Anfang nahm. Im 13. Jahrhundert wurde die Pfarrkirche St. Marien (um 1230) in der Altstadt, die Pfarrkirche St. Nikolai (1275) in der Neustadt und ein Büßerinnenkloster (um 1250) erbaut, letzteres wurde 1298 nach Malchow verlegt. Die Klostergebäude übernahmen die seit 1285 bei der Burg etabliertenDominikaner. Neben dem Kloster befand sich der Hof des „Sandpropstes“ des Klosters Dobbertin, des Verwalters der Ländereien und Dörfer, die diesem Benediktinerinnenkloster 1237 zuerkannt worden waren. Der Dominikanerkonvent siedelte schließlich um 1400 in die höher gelegene Neustadt um; das Kloster bestand noch bis 1558. Die Stadtbefestigungsanlagen wurden im 13. Jahrhundert errichtet und Mitte des 14. Jahrhunderts im Zuge der Erweiterung der Stadt verstärkt ausgebaut. Nach dem Abriss des Schlosses um 1470 bebaute man den Burgberg mit einer Windmühle, deren nach 1805 im holländische Stil errichtete Nachfolgerin heute Kunstausstellungen beherbergt. Die mittelalterliche Stadtsiedlung dieser „Doppelstadt“ blieb trotz der vielen Stadtbrände fast unverändert in der Struktur erhalten. Vorrangigtraufständige, zumeist zweigeschossige Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert beherrschen das Stadtbild.

Neuere Geschichte

Erst ab 1811 übte nur noch ein Bürgermeister das Amt für beide Teile aus. Das Übergewicht im Stadtrat stellten allerdings stets die Neustädter. Mit derKommunalreform 1919 wurden auch hier erstmals allgemeine Einwohnerwahlen abgehalten. Das Rathaus entstand 1804 im klassizistischen Stil. 1912 wurde der Wasserturm erbaut. Ab 1920 bis 1934 gehörte Röbel zum Amt Waren im Land Mecklenburg-Schwerin, dann von 1934 bis 1952 zum Landkreis Waren im Land Mecklenburg. Nach der Bildung der Bezirke in der DDR war Röbel von 1952 bis 1994 Teil des Kreises Röbel (Müritz) im Bezirk Neubrandenburg. Ab 1994 lag Röbel imLandkreis Müritz, seit 2011 gehört es zum Landkreis Mecklenburgische Seenplatte des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Nach der politischen Wende wurde ab 1991 der historische Stadtkern mit dem Rathaus im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert; das Stadtbild dieser farbigen Fachwerkstadt hat sich stark verbessert. Von etwa 6700 Einwohnern im Jahre 1989 leben heute noch knapp 5400 in der Stadt, die Tendenz ist abnehmend.

Religionen

Nach der Reformation war Röbel lutherisch. Aus den beiden katholischen Bistümern Havelberg und Schwerin verblieben die getrennten nun lutherischen Kirchgemeinden Alt- und Neu-Röbel, die erst 1999 nach Versetzung des Altstadtpastors zusammengelegt wurden. Leiter der Propstei Röbel bis dahin war der jetzige Landesbischof Dr. Andreas Freiherr v. Maltzahn. Juden gab es bereits seit dem 13. Jahrhundert in Röbel. Nach dem Sternberger Judenpogrom 1492 verließen sie das Land. Erst um 1700 lebte wieder jüdische Bevölkerung in Röbel. Die Zahl der Juden stieg bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf 110 Gemeindemitglieder an und nahm danach wieder kontinuierlich ab. Im Jahr 1831 wurde die Röbeler Synagoge in einer Seitenstraße errichtet. Der jüdische Friedhof lag seit Mitte des 18. Jahrhunderts im Scheunenviertel südlich der Neustadt. Die letzte Bestattung erfolgte dort 1938. In der NS-Zeit wurde er geschändet. In den fünfziger Jahren wurden Teile des Friedhofs abgebaggert und überbaut. Heute erinnert daran eine Stelen- und Skulpturengruppe, die 2007 von Jugendlichen aus aller Welt anlässlich eines internationalen Jugendcamps im Ort errichtet wurde. Der nach der Reformation über Jahrhunderte äußerst geringe katholische Bevölkerungsanteil veränderte sich erst in Folge des Zweiten Weltkrieges mit Aufnahme der Flüchtlinge und Vertriebenenaus den vormals deutschen Ostgebieten. Um 1946 lebten in Röbel und Umgebung etwa 1500 Katholiken. Die katholische Gemeinde hatte seit dem 1. April 1946 in Röbel eine eigeneSeelsorgestelle. Mutterpfarrei blieb allerdings die katholische Pfarrgemeinde in Waren (Müritz). Zunächst wurde für Gottesdienste und als Wohnung für den Pfarrer ein Wohnhaus angemietet, das allerdings auf die Dauer zu klein war. Am 29. Juni 1947 zog die katholische Gemeinde in das ehemalige Bürgermeisterhaus um. Der dortige große Empfangsraum wurde zur Kapelle umgestaltet. In den angrenzenden Räumen war die Wohnung des Pfarrers. Am 17. Juni 1994 wurde der Grundstein für das neue Gemeindehaus gelegt. Auf einer geringen Grundfläche sind die Kirche mit etwa 85 Sitzplätzen sowie der Gemeinderaum entstanden. Aus der alten Kapelle wurden die beiden Buntglasfenster (Verkündigungsszene, Maria als Königin des Friedens) und der Tabernakelübernommen. Die feierliche Einweihung der Kirche erfolgte am 17. Juni 1995 durch Weihbischof Norbert Werbs. Das neue Gotteshaus wurde unter das Patronat „Maria, Königin des Friedens“ gestellt. Seit 2004 erfolgt die Seelsorge durch den Franziskanerorden, der auch die Mutterpfarrgemeinde „Heilig Kreuz“ in Waren betreut.

Rathaus in Röbel : 2

005 wurden die Gemeinden der Ämter Röbel-Land und Rechlin zum Amt Röbel-Müritz zusammengeschlossen.

Stadtvertretung und Bürgermeister

Die Stadtvertretung von Röbel setzt sich seit der Kommunalwahl vom 7. Juni wie folgt zusammen:

Bürgermeister ist seit 2006 Heinz-Fritz Müller (SPD). Er wurde bei der Bürgermeisterwahl am 14. Oktober 2012 wiedergewählt.

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 71 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Gespalten; vorn in Gold ein halber hersehender, gold gekrönter schwarzer Stierkopf am Spalt mit geschlossenem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und silbernen Hörnern; im Obereck ein blauer Stern; hinten in Blau ein goldener Schlüssel mit rückgewendetem Bart.“

Das Wappen wurde 1995 neu gezeichnet.

Das Stadtwappen zeigt in der heraldisch rechten Hälfte unter einer Sonne den Stierkopf des Herrenhauses Werle mit der herausgestreckten Schmähzunge (Bewehrung), die Nicolaus von Werle wohl nach einem Sieg gegen die Brandenburger in sein Wappen aufnahm. Die älteste Darstellung dieses Wappenbildes befindet sich im Chor der Marienkirche und wird auf die Zeit um 1280 datiert. Linkshälftig befindet sich der Petrischlüssel als Symbol für die starke kirchliche Präsenz in der Stadt (zwei Bistümer, Kloster). Dieses Wappen geht auf das Stadtsiegel aus der Zeit der Stadtgründung zurück, einem der ältesten Siegel Mecklenburgs.

Städtepartnerschaften

Eine Partnerschaft besteht zu Wardenburg in Niedersachsen, dazu Freundschaften mit Löhne in Nordrhein-Westfalen und Spittal an der Drau in Kärnten (Österreich).

Kultur und Sehenswürdigkeiten von Röbel an der Müritz

Röbel: farbige Fachwerkhäuser
Marienkirche in Röbel
Nikolaikirche in Röbel,
Ehemalige Synagoge

Bauwerke

  • Die historisch gut erhaltene, langgestreckte Altstadt, eine Fachwerkstadt mit zwei großen Kirchen, Kirchplatz, Markt, Pferdemarkt, Bürgergarten, Stadtpark und der direkten Lage an der Müritz und am kleinen Mönchteich.
  • Die evangelische Pfarrkirche St. Marien ist ein dreischiffiges Backsteingebäude aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Sie ist damit eine der frühestengotischen Hallenkirchen in Mecklenburg und steht auf dem Tempelberg der slawischen Müritzer. Der Innenraum besitzt ein tief herabgezogenesKreuzrippengewölbe im Chor und in der Sakristei. Im Mittelschiff ist die Kanzel und das Gestühl mit filigranen Schnitzereien verziert. Das Altargemälde (1852) stammt von Gaston Lenthe (1805–1860), der als Schweriner Hofmaler zahlreiche Kirchen ausstattete. Der erst Mitte des 19. Jahrhunderts fertiggestellte und begehbare Turm hat eine Höhe von 58 m und bietet einen Überblick über die Müritz.
  • Am Platz vor der Kirche steht seit 1928 ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, entworfen von Bildhauer Wilhelm Wandschneideraus Plau am See.
  • Die gotische Stadtkirche St. Nicolai wurde um 1280 geweiht. Der Turm, das Langhaus, die Sakristei und der Chor sind kubisch hintereinander gestellt. Innen ist das Kreuzgratgewölbe bemalt und imitiert Backsteingemäuer. Das bemerkenswerte Chorgestühl von 1519 stammt von dem ehemaligen Röbeler Dominikanerklosters.
  • Die Windmühle auf dem ehemaligen Burgberg, wo bis ca. 1466 noch das Schloss der Fürsten von Werle stand (1227 als Burg erwähnt), wurde als Galerieholländermühle zwischen 1802 und 1825 erbaut und 2006 aufwändig restauriert. Sie hatte seit 1479 mehrere Bockwindmühlen als Vorgänger und wurde zuletzt zwischen 1929 und 1991 als Jugendherberge genutzt.
  • Die Reste der Stadtmauer am Mönchteich.
  • Das Rathaus am Marktplatz wurde 1805 im klassizistischen Stil erbaut und 1999 saniert. 1814 zog dort als Bürgermeister der im Krieg verletzte Leutnant Christian Engel ein, dessen Vater zuvor in Malchow den Engelschen Garten begründet hatte. Christian Engel ließ ebenfalls im Linnéschen Stil einen heute noch existierenden Stadtgarten im Süden Röbels errichten. Sein Sohn Dr. Franz Engel fand auf seinen Reisen in Südamerika eine Palmenart, die er nach seiner Heimatstadt Röbel benannte: Robelia Solitaria Engel.
  • Röbel ist eine sehr farbige Fachwerkstadt. Bemerkenswert sind u. a. die Häuser Kirchplatz 3, 17, 20, 21, Große Stavenstraße 21 und 22, Mühlenstraße 5, 30/32 und 34, Straße des Friedens 4 und 5 (beide um 1750) sowie 41 und 67, Fritz-Reuter-Straße 13, Im Ort 1, Hohe Straße 28, Unkel-Bräsigstraße 8 und 9 (um 1800).
  • Das Synagogengebäude in Röbel ist eine der wenigen erhaltenen Fachwerksynagogen in Mecklenburg und die letzte erhaltene Synagoge im Landkreis Müritz. Der rechteckige Fachwerkbau wurde 1831 errichtet. Das Gebäude blieb während der NS-Zeit erhalten, weil die nur noch aus wenigen Mitgliedern bestehende jüdische Gemeinde der Stadt es bereits 1936 an einen Fuhrunternehmer veräußert hatte. Dieser nutzte das Gebäude als Werkstatt und Garage. Ab 2002 wurde das zu dieser Zeit einsturzgefährdete Gebäude restauriert. Es ist heute der historische Mittelpunkt eines Jugendbildungszentrums. Die dazu gehörenden Gebäude bilden auf der Südseite der Synagoge einen Innenhof. In einem neu errichteten Ausstellungsgebäude ist eine Ausstellung zur Geschichte der Juden in Mecklenburg zu besichtigen.
  • Der 1912 erbaute Wasserturm war der erste Stahlbetonbau in Norddeutschland, sein Architekt war Albert Gottheiner. Der Turm wurde 1999 grundsaniert. Sein geringer Innendurchmesser macht einen Ausbau schwierig.
  • 167 Meter hoher, abgespannter Sendemast für UKW und Fernsehen bei Woldzegarten

Museen von Roebel

  • Das kleine Stadtmuseum Heimatstuben im Haus des Gastes stellt in fünf Räumen die Orts- und Stadtgeschichte vom Mittelalter bis ca. 1920 vor.
  • Im Openair-Bahnhofsmuseum stehen Lokomotiven und Waggons aus vergangenen Jahrzehnten.
  • Ausstellungsraum der ehemaligen Synagoge
  • Die ehemalige Synagoge ist heute Ausstellungsfläche der Jugendbildungsstätte ENGELscherHOF, wo in einem weiteren Gebäudetrakt auch eine ständige Ausstellung zur Geschichte der Juden in Mecklenburg zu sehen ist. Freiwillige unterschiedlichen Alters engagieren sich in der Betreuung der ständigen Ausstellung, der Schülergeschichtswerkstatt oder bei Zeitzeugenprojekten zur Dorfgeschichte im Umfeld von Röbel. Zusätzlich ist der Ort eine Jugendbegegnungsstätte. Workcamps und die Schülerfirma KulturCafé treffen sich regelmäßig dort.

Geschichtsdenkmale

  • VVN-Ehrenmal von 1950 für die Opfer des Faschismus auf dem Neustädter Friedhof
  • Ehrenhain mit Denkmal von 1979 für die Opfer des Faschismus im Park am Mönchteich
  • Gedenkstein aus dem Jahre 1979 ebenfalls im Park für die sowjetische Partisanin Soja Kosmodemjanskaja, die 1941 von der Wehrmachts-Gendarmerie gefoltert und öffentlich gehenkt wurde
  • Ehrenmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs vor der Marienkirche (Altstadt)
  • Ehrenmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs vor der Marienkirche

Parks

  • Stadtpark „Bürgergarten“ am „Haus des Gastes“
  • Stadtgarten vor dem Krankenhaus, in einer ruhigen Lage
  • Park am Mönchteich

Natur und Naturdenkmäler von Röbel

  • Der Müritz-Nationalpark mit rund 100 Seen in ausgedehnten Wäldern mit noch urwaldähnlichen Zuständen.
  • Der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide mit 60 Seen.
  • Die fast 1000-jährige Kroneiche im Glienholz ist mit 9,5 m Stammesumfang der stärkste Baum in der Region, mit Wanderweg zum nahen Gliensee.
  • Vor der Nikolaikirche, unweit des Marktplatzes, steht die im Jahre 1816 gepflanzte und an die Gefallenen der Napoleonischen Befreiungskriege erinnernde Friedenseiche.

Kulinarische Spezialitäten

  • deftige mecklenburgische Küche (z .B. gefüllter Rippenbraten), Müritzfisch (Zander, Wels, Maräne, Hecht, Aal)

Straßen um Röbel

  • Die Abfahrt Nr. 18 Röbel der Bundesautobahn 19 (E 55) ist zirka zehn Kilometer entfernt.
  • Die Bundesstraße 198 führt sechs Kilometer südlich an Röbel vorbei, östlich nach Neustrelitz und westlich zur A 19 und Plau am See.
  • Die Bundesstraße 192 ist nach acht Kilometern über eine Landesstraße bei Sietow zu erreichen, wo man nordöstlich Waren (Müritz) und südwestlich Malchow erreicht.

Bahn

Stillgelegte Bahnstrecke bei Röbel

Röbel/Müritz liegt an der stillgelegten Bahnstrecke Ganzlin–Röbel. Die nächsten Bahnhöfe mit Personenverkehr befinden sich in Mirow (etwa 21 Kilometer entfernt an der Bahnstrecke nach Neustrelitz) und in Waren (circa 22 Kilometer entfernt, Strecke Berlin–Rostock).

Bundeswasserstraßen

Röbel ist über die Müritz mit allen Bundeswasserstraßen verbunden. Ein ausgebauter Stadthafen ist vorhanden, der von verschiedenen Personenschifffahrtsunternehmen angesteuert wird.

Wirtschaft und Infrastruktur: Ursprünglich eine Handels- und Handwerkerstadt, waren Fischerei, Landwirtschaft und Viehzucht bis ins 20. Jahrhundert die Einnahmequellen des Großteils der Röbeler Bevölkerung. Fast jeder Bürger hielt bis 1925 noch Feder- und Häutevieh, von dem die Kühe und Schweine entgeltlich in den Wäldern bei Groß-Kelle gemästet wurden. Hühner, Gänse und Enten liefen frei durch den Ort. 1860 gab es einer Zählung zufolge mehrere hundert Schweine, 450 Kühe, 1300 Schafe, 237 Ziegen und 1100 Gänse (Quelle: Stadtgeschichtliche Ausstellung in der Heimatstube im Haus des Gastes in Röbel, Straße der Deutschen Einheit). Zu DDR-Zeiten wurde die Stadt zu einem touristischen Zentrum mit Ferienheimen und Zeltplätzen ausgebaut. Wichtigster Arbeitgeber ist heute die optimal media GmbH, ein Dienstleistungsunternehmen der Medienbranche, mit mehr als 500 Beschäftigten. Daneben dominieren Landwirtschaft und Nahrungsgüterwirtschaft.

Öffentliche Einrichtungen in Röbel

  • Stadt- und Amtsverwaltung, Polizeizentrale
  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Haus des Gastes mit Tourist-Info, Festsaal, Galerie und Stadtmuseum sowie Bürgergarten

Bildung

Gesamtschule, Grundschule, Volkshochschule, Musikschule, Förderschule.

Vereine

Ältester Verein Röbels ist die 1994 wiedergegründete Schützenzunft von 1548. 1845 wurde der Ackerbürgerverein als Reiterverein gegründet, der bis heute noch das traditionelle „Speckreiten“, ein Wettrennen um eine Speckseite, veranstaltet. Zweitältester Verein ist der Männerchor von 1855. Der Sportverein TSV 90 gehört zu den zahlenmäßig größten Vereinen des Landkreises. Internationale Bekanntheit hat sich der Seglerverein durch die regelmäßige Veranstaltung von namhaften Segelregatten erworben. Seit 1992 ist in Röbel/Müritz auch der Eisenbahnverein „Hei Na Ganzlin“ e. V. (mit einer Außenstelle in Berlin-Friedrichsfelde) tätig, der sich zum Ziel gesetzt hat die Bahnstrecke Ganzlin-Röbel zu erhalten.

Regelmäßige Veranstaltungen in Röbel

  • Verbrüderungsfeier mit Brandenburg/Schmugglertreffen alle zwei Jahre zwischen Wittstock und Röbel (12. Mai 2007 in Röbel)
  • Seefest am 3. Wochenende im Juli
  • Fischerfest mit Badewannenregatta im Frühsommer
  • „Röbel Rockt“ im August – Rock Open Air Festival im alten Lokschuppen
  • Bahnhofsfest im September
  • „Müritzboot“ – eine Bootsausstellung am Osterwochenende im Röbeler Stadthafen
  • Speckreiten am Pfingstwochenende am Glienholzwald – Pferdeschau und traditionelles Reiten um eine Scheibe Speck

Persönlichkeiten von Röbel Müritz

  • Samuel Simon Witte (1738–1802), Theologe und Philosoph, unter anderem Rektor der Universität Bützow
  • Albert Niederhöffer (1828–1868), Maler, Schriftsteller, Journalist, Sammler und Herausgeber der vierbändigen Mecklenburgischen Volkssagen (um 1856)
  • Franz Engel (1834–1920), Ethnologe und Biologe, Forschungsreisender.
  • Gustav Melkert (1890–1943), Sekretär der Landarbeitergewerkschaft im damaligen Landkreis Waren/Müritz und Mitglied der SPD. Als Widerständler von den Nazis getötet. Nach ihm ist eine Straße im Stadtteil Gildekamp benannt.
  • Julius (Friedrich Ludwig) Runge (1843–1922), in Röbel geborener Marinemaler
  • Alfred Schumann (1902–1985), Marine-Offizier und Flottillenadmiral
  • Werner Schinko (* 1929), Grafiker und Maler
  • Grit Breuer (* 1972), ehemalige Leichtathletin
  • Kathrin Freitag (* 1974), ehemalige Bahnradsportlerin
  • Alexander Hessel (* 1988), Fußballspieler

Literatur von Roebel Mueritz

  • Ingo Ulpts: Die Bettelorden in Mecklenburg. Studien zur Geschichte der Franziskaner, Klarissen, Dominikaner und Augustiner-Eremiten im Mittelalter. Werl 1995 (Saxonia Franciscana 6).
  • Staatskalender des Herzogtums Mecklenburg-Schwerin. 1784–1918.
  • Mecklenburgisches Urkundenbuch.
  • Röbeler Zeitung: Historische Mitteilungen aus dem Stadtarchiv Röbel, erarbeitet von Ralf Jackewitz, 14täglich im Amtsblatt Müritzanzeiger (seit 1999).
  • Wolf-Heino Struck: Geschichte der mittelalterlichen Selbstverwaltung in den mecklenburgischen Landstädten. Beiheft, Mecklenburgische Jahrbücher. Band 101, 1937.
  • Ralf Jackewitz: Wenn man genauer hinsieht … Röbel/Müritz um 1466. In: Archäologische Berichte aus Mecklenburg-Vorpommern. Band 7, 2000.
  • Hans-Joachim Deppe und Ulrich Schoknecht: Zur Gründungsgeschichte der Städte des Müritzkreises. In: Chronik. Schriftenreihe der Warener Museums- und Geschichtsvereins. Heft 24, 2002.
  • Deppe und Schoknecht: Strukturen in der Herrschaft Werle-Wenden im 12./13. Jahrhundert. In: Archäologische Berichte aus Mecklenburg-Vorpommern. Band 15, 2008.
  •  Commons: Röbel/Müritz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Röbel/Müritz

Quelle: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6bel/M%C3%BCritz