Baumgarten im Mueritzkreis

Baumgarten
Der Ort liegt 9 km nördlich von Waren, direkt an der B 108 nach Teterow. In alten Urkunden wird es Bomgarden genannt. Die Ersterwähnung im Jahre 1338 verdankt Baumgarten dem Fürsten Nicolai v. Werle. In dieser Urkunde legte er die Abgaben aus dem Ort fest. 1342 verkaufte der Ritter Johann v. Gherden (Sietow) Baumgarten an das Kloster Dobbertin, tauschte es aber im gleichen Jahr noch wieder zurück. Um 1460 wurde es als ungenutzt („Dorf und Feld liegen wüst“) beschrieben. 1465 verkaufte Claus Voss (Lindenberg) die Länderreien an Lüdeke III. Hahn. Christoph Hahn ließ zum Anfang des 16. Jhs. die gesamte Feldmark roden und verpachtete sie an 7 Bauern. 1755 kam noch eine Bauernstelle dazu. Baumgarten war an Baron v. Erlenkamp (Vielist) verspändet worden. 1746 hieß der Verwalter von Grabowhöfe und Baumgarten Carl Valentin Sodemann. 1785  kaufte der Landmarschall Friedrich II. v. Hahn Baumgarten in die Familie zurück. Seine Familie besaß das 245 ha große Lehngut noch 1897. 1910 war der regierende Fürst Georg zu Schaumburg-Lippe Besitzer von Baumgarten. 1921 hieß der Pächter Jesse. In den 1930er Jahren kaufte die Reichsumsiedlungsgesellschaft auch dieses Gut auf, um Bauern aus der Lüneburger Heide einen Ausgleich zu geben (s.a. Sommerstorf und Louisenfeld). Besitzer des Restgutes war bis 1945  Georg Mauritz. 1945 wurde das Gut enteignet und seit Juni 1946 als Volkseigenes Gut (VEG) geführt. Es diente der Versorgung des Krankenhauses in Waren und hatte damit eine besondere Stellung in der Region. 1949 wurde es in einen örtlich Landwirtschaftsbetrieb (ÖLB) umgewandelt. Viele der ehemals Lüneburger Bauern sind zu dieser Zeit zurück in ihre alte Heimat gegangen. Mit der Bildung der LPG Typ III wurde Baumgarten in die LPG Panschenhagen eingegliedert. Hauptbetrieb wurde Baumgarten. Das Gutshaus wurde wahrscheinlich zwischen 1830 und 1850 gebaut. Es ist eingeschossig aus Backstein über 12 Fensterachsen auf einem Souterrain gemauert und besitzt en den Längsseiten je einen zweiachsigen Mittelrisalit. Diese sind mit gelben und roten Backsteinen sowie Türmchen verziert. Gelbe und rote Backstein sind als Schmuckelemente auch an allen Fensterstürzen verwendet worden. Die Kellerräume sind mit Tonnengewölben ausgestattet. Ein ausgebautes Spitzdach schließt das Gebäude nach oben ab. Es diente immer Wohnzwecken. Während der Kriegszeit waren in den Kellern polnische und französische Zwangsarbeiter untergebracht. In den 1980er Jahren wurde es leergezogen und sollte1989, obwohl es noch von guter Substanz war, abgerissen werden. Seit 2002 wird das Gebäude saniert. Dabei hat es an der Westseite eine unterkellerte Terrasse bekommen. Die Eingangssituation wurde mit einer hölzernen Überdachung wieder hergestellt. Heute führen nur noch zwei der vier kurzen Kastanienreihen zum Gutshaus. Die zwei Mittleren wurden nach 1945 entfernt. Neu ist das Rondell vor dem Gutshaus. Die zwei großen Ställe, die die Alleen flankierten wurden Ende der 1980er und 2002 abgerissen. Bemerkenswert ist die schöne, mit Schlehen gesäumte Kopfsteinpflasterstraße nach Panschenhagen. Erwähnenswert ist außerdem die alte Baumgartener Schmiede.
Quelle: Gutsdörfer im Müritzkreis von Gerhild Meßner, Ernst-Ludwig Evers, Manfred Achtenhagen

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