Ave im Müritzkreis

Ave
Ave liegt nahe der B 192, 5 km westlich von Penzlin. Es ist ursprünglich eine slawische Siedlung. 1501 wurde Ave von den Herzögen Magnus und Balthasar v. Mecklenburg an Bernd Maltzan (Penzlin) verliehen. Da dieser schon viele Güter besaß, hatte er den Ort wahrscheinlich verpachtet. Im 30jährigen Krieg wurde Ave von ständig durchziehenden Truppen völlig zerstört. Auch die Kapelle lag nach dem 30jährigen Krieg wüst und wurde nicht wieder aufgebaut. Im Jahre 1704  wurden in Ave wieder zwei Höfe erwähnt. Einer gehörte Asmus Ludewig v. Manteuffel, den anderen besaßen die v. Holstein (Ankershagen). Beide Höfe waren verpachtet, die Pächter hießen Engel und Liobs. 1751 war Bernhard Richter alleiniger Eigentümer. Er konnte eine Hälfte von der Familie v. Arenstorff kaufen und die andere von Hans Cunov v. Holstein pachten. Inzwischen hatten sich in Ave wieder mehrere Gewerke angesiedelt. Es gab einen Krüger, zwei Wollweber, einen Schneider und einen Schäfer und später auch eine Mühle. 1790 besaß David v. Müller das Gut und 1794 sein Erbe J. D. v. Müller. 1829 folgten die Gebrüder Rose und 1857/1864 Joh. Carl. Aug. Rose. 1866 übernahm die Familie Lemcke die fruchtbare Feldmark und 1899 gehörte sie Otto Lemcke. Seine Familie gab das Gut 1926 an Herrn Beyling ab. Dieser bewirtschaftete das Gut bis 1945. Das Gutshaus wurde um 1830 wahrscheinlich von der Familie Rose gebaut. Auf der Gartenseite befinden sich am Aufgang zwei Wappen. Deutlich ist auf der rechten Seite das Wappen der Familie v. Müller zu sehen, ein halber Mühlstein und ein ihm zugewandter Löwe. Es ist anzunehmen, das die Familie Rose durch Heirat (v. Müller) Ave übernahm. Das Gebäude ist ein zweigeschossiger, verputzter Bau auf einem Souterrain über 11 Achsen. Da es ein sehr altes Kellergewölbe besitzt, ist es wahrscheinlich auf einem älteren Gutshaus aufgebaut worden. Auf der Nordseite wurde es 1923 um 3 Achsen für das Personal erweitert und auf der Südseite verziert ein ebenfalls nachträglich angebauter Erker die Giebelseite. Dreiteilige Risalite schmücken die Hof- sowie die Gartenseite. Auf der Westseite sind im Wappen ein Bienenkorb mit 6 Bienen zu sehen. Bemerkenswert sind auf der Ostseite Tierreliefs von Auerhahn, Eisvogel, Fasan, Graureiher, Ente und Hahn. Ein ausgebautes Mansardendach schließt das Haus nach oben hin ab. Das Gutshaus war zu DDR-Zeiten als Wohnraum, Kino und Konsum genutzt worden. Seit 1990 wurde es nach und nach leergezogen. Es übernahm die Wohngemeinschaft “ Weggefährten Ave“, eine Einrichtung des Diakonischen Zentrums Serrahn e. V. Jetzt wohnen und arbeiten dort bis zu 10 Menschen im betreuten Wohnen. Vom alten Gutshof sind noch drei Backsteinställe erhalten. Sie werden genutzt. In einem befindet sich eine Tischlerei.
Quelle: Gutsdörfer im Müritzkreis von Gerhild Meßner, Ernst-Ludwig Evers, Manfred Achtenhagen

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