Alt Falkenhagen und Neu Falkenhagen auf der Mecklenburger Seenplatte Müritz

Alt Falkenhagen und Neu Falkenhagen
Beide Orte liegen nur 2 km bzw. 5 km nördlich von Waren. Früher hat es einen Ort Valkenhagen nördlich des Tiefwarensees gegeben. Er wurde 1268 erstmals erwähnt, als der dort ansässige Pleban Conrad als Zeuge genannt wurde. Die Bedeutung des Namens „valken“ soll auf das Wort walken (gerben) zurückgehen und deshalb wird hier auch eine frühere Walkmühle vermutet. 1331  wurde Valkenhagen nochmals genannt, als Fürst Johann II. v. Werle mit Bischof Johann v. Schwerin für das Kloster Broda die Kirchen in Valkenhagen  mit der Filia Schönau und Federow mit der Filia Kargow und Schloen gegen die Warener Kirche tauschte. Valkenhagen hatte eine Kirche, die 1760 noch als Ruine dastand. Heute sind nur noch Mauerreste vorhanden. 1427 kaufte die Stadt Waren von dem Ritter Klaus Kamin den inzwischen schon wüsten Ort Falkenhagen. Dort gab es zu dieser Zeit eine „Sempff“ Mühle, die im 18. Jh. einging. Alt Falkenhagen ist aus einem Glashüttenstandort hervorgegangen. 1715 schloss Ulrich Hans v. Restorf mit der Stadt Waren einen langfristigen Vertrag zur Anlage und Betreibung einer Glashütte ab. In der Nähe waren schon Glashütten in Klein Vielist, Schönau und Carlsruh. Nach dem Tod v. Restorfs übernahm 1720 Joachim Friedr. Gundlach das Unternehmen. Die Glashütte wurde  noch 1722 und 1733 erwähnt, ging nach 1740 dann ein. Schon ab 1724 führte Gundlach nebenher eine Meierei. Ab 1744 wurde der Ort nur noch als Meierei verpachtet. 1753 übernahm Ernst Ch. Krüger, der Verwalter auf den Erlenkampschen Gütern Grabowhöfe und Sommersdorf gewesen war und die Tochter der Gundlachs geheiratet hatte, das Pachttgut. Weiter Pächter waren dann 1768 Schulz, 1774 Frantz, 1786 Hennings, 1795 wieder ein Schulz, 1802 Frau Fischer, 1803 Grimm, 1809 Pagel, 1812 Lorentz, 1820 Frau Hagemeister, 1821 Petermann, 1824 Greve, 1825 Rode, 1856 Lemcke (Groß Dratow), 1868 Eggert, 1876 wieder ein Hagemeister und ab 1903 Severin. Erst 1873 erhielt die Meierei Falkenhagen den Namen Alt Falkenhagen. Das Pächterhaus ist ein einfaches zweigeschossiges Haus aus Backstein über 13 Achsen. Das Dach ist nicht ausgebaut. Dafür befindet sich eine schmale Fensterreihe direkt darunter. Wahrscheinlich waren dort die einfachen Zimmer der Dienstwirtschaft untergebracht. Von den 5 Ställen stehen heute noch zwei. Neu Falkenhagen wurde als ein Stadtgut gegründet. Der Ort steht erhöht und von dem Pächterhaus auf dem Berg muß es, bevor die Linden vor dem Haus groß wurden, einen herrlichen Blick in das Tal vom Tiefwarensee gegeben haben. Durch das Eingehen der Mühle wurde 1789/91 ein neuer Hof in der Nähe angelegt. Dieser wurde zunächst „neue Meierei“ genannt bis er 1873 den Mamen Neu Falkenhagen erhielt. Pächter waren lange Zeit dieselben wie in Alt Falkenhagen, später wurden beide Güter getrennt bewirtschaftet. Von 1900 bis 1912 war Seer Pächter, 1917 Schulze und 1943 Hans Krüger. Das Pächterhaus wurde 1873 gebaut. Es ist ein zweigeschossiges Backsteingebäude über 7 Fensterachsen. An den Längsseiten dominiert eine zweiteiliger Mittelrisalit. Darunter befand sich ein überdachter Fachwerkvorbau. In den 1970er Jahren wurde dieser abgerissen und durch einen Massivbau ersetzt. Einen Gutspark gibt es nicht mehr. Dieser wurde schon nach 1945 in Kleingärten aufgeteilt. Das Gebäude diente immer als Wohnraum. Aber auch die Schule und ein Jugendraum waren hier. Seit 2004 wird es von privater Hand saniert. Erhalten geblieben sind Stallungen, die aber zum Teil verfallen. Auffallend ist das Lindenrondell vor dem Gutshaus, auf dem ein Gedenkstein steht.
Quelle: Gutsdörfer im Müritzkreis von Gerhild Meßner; Ernst-Ludwig Evers; Manfred Achtenhagen

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