Adamshoffnung und Petersdorf

Adamshoffnung und Petersdorf
Beide Orte liegen südwestlich von Malchow, Petersdorf 5 km und Adamshoffnung 7 km entfernt. Die Ländereien waren zusammen mit Lenz erst in ritterschaftlichem, später herzoglichem Besitz. Adamshoffnung wurde 1757 erstmals erwähnt und gehörte mit zu den 14 Gütern des Adam Ernst v. Flotow. Wahrscheinlich wurde der Ort, damals noch Adamshof genannt, von ihm als Vorwerk gegründet. Von 1790 bis 1795 legte Adam Philipp v. Flotow hier einen Wirtschaftshof an. Eigentlich konnte er nicht auf sehr gute Erträge hoffen, denn die Böden um Adamshoffnung sind sehr arm. Bereits 1833 verkaufte sein Enkel Friedrich v. Flotow das Gut an die großherzogliche Kammer von Mecklenburg-Schwerin. 1834 wurde im benachbarten Petersdorf eine Holzwärterei eingerichtet. Außer dem Holzvogt gab es 3 Büdner. Ludwig Bahlmann betrieb in Adamshoffnung eine Ziegelei, 1899 dann Wilhelm Reeps. Nach dem 1. Weltkrieg wurde Adamshoffnung Landeseigentum und verpachtet. Erbpächter des 312 ha großen Landgutes war 1920 J. L. Weitendorf. Er gab den Hof 1923 an Otto Heinemann. Dieser blieb Pächter bis 1945. Mit der Bodenreform wurden die Ländereien auf 34 Neubauern aufgeteilt. Es ist möglich, dass das Herrenhaus, zumindest aber die Grundmauern, aus der Zeit um 1750 stammen. Der Keller besitzt alte Gewölbedecken. Das Haupthaus war als ein eingeschossiger, 9-achsiger Backsteinbau errichtet. Es war mit einem Walmdach versehen, in dem kleine Fledermausgauben saßen. Um 1840  wurde ein langer unterkellerter Flügel über 13 Achsen auf der Südseite angebaut. Damit wurde ein Teil des Wirtschaftshofes und auch der Brunnen integriert. Noch später bekam der südliche Giebel einen Erker. Ab 1945 wohnten Neubauern im Gutshaus. Es kamen immer mehr Anbauten und Eingänge dazu. Später nutzte es die Gemeinde. Hier war die Bürgermeisterei, ein Kulturraum und die Verwaltung sowie die Küche der LPG. Ab 1990 wurde das Haus nach und nach leergezogen und 1996 schließlich verkauft. Nach der Sanierung wohnen in dem ursprünglichen Herrenhaus zwei Familien. Der Haupteingang an der Ostseite wurde versetzt und ein weiterer an der Südseite mit Veranda geschaffen. In dem südlichen Anbau wurden Ferienwohnungen integriert.
Quelle: Gutsdörfer im Müritzkreis von Gerhild Meßner; Ernst-Ludwig Evers / Manfred Achtenhagen

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